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Rezensionsüberblick: Weckte TRAINSPOTTING DAS MUSICAL die Lebenslust?

Das neue Musical läuft im Theatre Royal Haymarket bis zum 5. September

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Rezensionsüberblick: Weckte TRAINSPOTTING DAS MUSICAL die Lebenslust?

Kultfiguren der Jugendkultur; Renton, Sick Boy, Begbie, Spud, Tommy und Kelly sind zurück, zusammen mit einem Ensemble und einer Live-Band. Mit einigen der elektrisierenden Tracks aus dem Film, der eine Generation prägte, sowie eingängigen, provokativen und feierlichen Originalsongs, die zu Mitsing- und Mittanz-Klassikern werden sollen – das ist mehr als verstärkte Nostalgie, es ist ein genreübergreifendes neues Musical, das unsere zeitgenössische Malaise des Aufbegehrens angesichts einer ungewissen Zukunft widerspiegelt.

Was sagen die Kritiker dazu?

Trainspotting im Theatre Royal Haymarket bis 5. September, anschließend auf Tournee

Foto-Credit: Matt Crockett

Gary Naylor, BroadwayWorld: Wir bekommen den Streitlustigen Begbie (Frankie O’Connor, der aussieht und geht wie Mark Rylance in Jerusalem), den Frauenhelden Sick Boy (Sheridan Townsley, der mit Abstand beste Sänger auf der Bühne) und den naiven, idealistischen Tommy (Finlay Paul), dessen Ende von Anfang an verdammt offensichtlich ist. Die Frauen schlagen sich nicht so gut, da ihnen zumindest teilweise die Schuld für das übermäßige Risiko der Jungs gegeben wird. Rosie Dignan und Sophie Hutchinson geben ihr Bestes als Alison und Lizzie, doch sie bleiben dünne Figuren in einer Inszenierung mit generell dünnen Charakterisierungen.

Theo Bosanquet, London Theatre: Caroline Jay Ranger, die bereits die Musicalversion von Only Fools and Horses an eben diesem Ort inszeniert hat, hat sicherlich Erfahrung darin, bekannte IPs auf die Bühne zu bringen. Aber hier tut sie sich schwer, einen erzählerischen Bogen zu schaffen, angesichts der durchweg düsteren Thematik (es gibt lange Abschnitte mit Drogenkonsum und wenig Handlung), auch wenn die Nebenhandlung um Rentons Bruder, der als Soldat in Nordirland dient, etwas Katharsis mit seinen Eltern (Rebecca McKinnis und Gordon Cooper) bringt, ebenso die Handlung um Rentons Freundin Kelly (Yana Harris), die nach London zieht und enttäuscht feststellt, dass die glänzenden Lichter eher düster sind.

Arifa Akbar, The Guardian: Geschrieben von Welsh und inszeniert von Caroline Jay Ranger, wirkt die Geschichte zerschnitten, so dass eine Szene von der nächsten abgekoppelt ist, das Narrativ bruchstückhaft, die bekannten Szenen und Zeilen werden abgespult wie aus einer Trainspotting-Markenfabrik, wenn auch in anderer Reihenfolge: zuerst die Gruppenreise nach Blackpool für ein Northern Soul Konzert, dann verschiedene Set-Pieces – vom geschwindigkeitsgetriebenen Vorstellungsgespräch von Spud (Kieran Andrew) bis zur Gewalt am Snookertisch durch Begbie (Frankie O’Connor) und Rentons Toilette-High – letzteres wird durch rückwärtige Bildschirme (Videodesign von Douglas O’Connell) eindrucksvoller dargestellt.

Alun Hood, WhatsOnStage: Die heroininduzierte Line-Dance-Fiebertraumnummer muss man erlebt haben, um es zu glauben. Und obwohl man bei einer Geschichte wie dieser keineswegs erwarten kann, dass sie hübsch anzusehen ist, ist es doch sicher nicht zu viel verlangt, sie tatsächlich erkennen zu können. Dies ist eine der visuell dunkelsten Produktionen, die ich je gesehen habe, mit Schlüsselmomenten, die in solch dunklem Zwielicht ablaufen, dass nur Kenner des Originals wirklich wissen, was geschieht.

Nick Curtis, The Standard: Was ist das für ein dumpfer, unangenehmer Schlag? Ach, es ist das Schlagen eines toten Pferdes. Seit Irvine Welshs nichtlinearem Roman über Verlierer und Süchtige im armen Leith, Edinburgh, der 1993 vom Underground-Kult zum Durchbruch wurde, entstanden Theaterstücke, Filme, Fortsetzungen und eines der besten Soundtrack-Alben aller Zeiten.

Clive Davis, The Times: Frankie O’Connor strahlt als Begbie, der Schläger, der sein Leben damit verbringt, Gesichter zu vermöbeln, echte Bedrohlichkeit aus. Finlay Paul als Tommy gewinnt unser Mitgefühl, wenn sein Leben auseinanderfällt. Wenn Sie ein Fan des Films sind, wird Sie freuen zu hören, dass Lou Reeds Hymne Perfect Day vertreten ist. Und Sie können auch erleichtert sein, dass die berüchtigte Toilettenszene diesmal nicht ganz so explizit ist.

Ben Lawrence, The Telegraph: Die Unzusammenhängendheit dieser Produktion im Theatre Royal Haymarket wird am besten anhand der Musik deutlich. Während der berühmt-berüchtigte Soundtrack des Films teilweise erhalten blieb (Iggy Pops Lust for Life und Lou Reeds Perfect Day sind vertreten), wird er verwässert durch eine Mischung aus Pop-Hits, die nicht im Film waren, und vor allem durch neue Songs, die – abgesehen von einem fröhlichen Hoedown namens C---s Run the Country – kaum Eindruck hinterlassen. Es ist wirklich seltsam, solch zynische Nichtskönner wie Renton (Lewis Kidd) und Sick Boy (Sheridan Townsley) mit viel Jazz-Handschlag zu sehen, was die Kraft von Welshs Charakterisierung untergräbt.

Sam Marlowe, The Stage: Was die Handlung angeht, ist die Show deutlich diffuser und zielloser als der Film oder der Roman. Die Figuren sind in Welshs weit ausholendem Buch schmal gezeichnet; es ist, als wäre die Geschichte kastriert worden, all ihr zynischer, harter, schroffer Witz, ihre "fuck-you"-Attitüde wurden abgeschnitten. Stattdessen ist sie schleichend wörtlich, verkommt oft zu Rührseligkeit und seichter Tristesse – ihre gesellschaftliche Botschaft wird uns immer wieder ins Gesicht gedrückt, theatralisch bewegt sie sich fast schon im Bereich von Blood Brothers, allerdings mit deutlich weniger emotionaler Wirkung. Zudem fehlt es ihr fatalerweise an Schwung – jedes Mal, wenn sie Fahrt aufnimmt, stoppt ein belangloser Song den Fluss wieder.


Durchschnittliche Bewertung: 32,5 %



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