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EDINBURGH 2026: Kritik: ED GAUGHAN: THE EMPEROR, Just The Tonic At The Caves

Eine neue Stand-up-Show des erfahrenen Synchronsprechers und Brassic-Stars Ed Gaughan

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EDINBURGH 2026: Kritik: ED GAUGHAN: THE EMPEROR, Just The Tonic At The Caves

3 stars

Ed Gaughan ist außerordentlich talentiert in Akzenten. So sehr, dass es etwa fünf Minuten dauert, bevor jemand bemerkt, dass sein eigentlicher Muttersprachler-Akzent gar nicht irisch ist.

Aufgewachsen in Devon mit Eltern aus dem Westen Irlands, verbrachte der Brassic-Schauspieler Gaughan seine Kindheit damit, durchs ganze Land zu ziehen und sich an verschiedene regionale Dialekte anzupassen, um Mobbing zu entgehen, und arbeitete später als vielbeschäftigter Synchronsprecher und Dialekt-Coach. The Emperor ist deshalb eine Show, die von Charakterarbeit strotzt, in der Gaughan alle möglichen Personen nachahmt – von Greta Thunberg und Dr. Lucy Worsley bis zu einem ungeübten jugendlichen Zauberer namens „The Mysterious Steven“.

Das lose Grundkonzept ist, dass Gaughan kürzlich in einer regionalen West Country-Variante von Who Do You Think You Are? aufgetreten ist und herausgefunden hat, dass sein leiblicher Vater Napoleon Bonaparte ist – über eine abenteuerliche Folge von Ereignissen, bei denen die französische Regierung einen Behälter mit Sperma unter der Notre Dame aufbewahrt. Im Verlauf der Show stellt Gaughan uns auch einige seiner durch IVF gezeugten Halbbrüder aus demselben Behälter vor, die natürlich alle starke regionale Akzente haben.

Das ist ein fruchtbarer Boden für Stand-up, wobei Napoleon als Stellvertreter für all unsere Ängste im Zusammenhang mit problematischen politischen Themen in den Abstammungslinien selbst progressiver Familien steht. Leider handelt es sich hier um einen Fall, bei dem Themen wie toxische Männlichkeit und erstarkender Nationalismus nur angedeutet, aber nicht wirklich vertieft werden.

Der Cameo-Auftritt von Dr. Worsley wird enttäuschend ernst gespielt, Gaughans Version der Fernseh-Historikerin analysiert lediglich die Männlichkeit eines prototypischen Tyrannen, statt sie zu satirisieren. Sein piece de resistance ist besser: ein längeres, dokumentarisches Videoclip, in dem Gaughan als unreifer Napoleon die Verbannung nach St. Helena vor seiner langmütigen Josephine durchlebt – aber den Weg dorthin empfand man als eher verschlungen.

Zu viel Zeit wird den Brüdern gewidmet, deren Szenen zwar clevere Gags und unterhaltsame, einfühlsame Interaktion mit dem Publikum bieten, aber wenig zu Gaughans politischer Kommentierung beitragen. Außerdem gibt es einige fehlplatzierte musikalische Einlagen mit nur losem Bezug zum Hauptthema der Komödie, die offenbar hauptsächlich dazu dienen, Gaughans Fähigkeiten als ausgebildeter Jazzmusiker hervorzuheben.

Gaughan ist ein vielseitiger Performer, der eindeutig viel Politisches zu sagen hat – vieles von seinem besten Material dreht sich um die Spannung zwischen den ländlichen Arbeitergemeinschaften, in denen er aufwuchs, den liberalen Londoner Kreisen, in denen er jetzt lebt, und deren gegenseitigem Misstrauen. Doch hier wurden zu viele Ideen gleichzeitig vermischt, sodass die wichtigsten davon in den Hintergrund traten.

Ed Gaughan: The Emperor läuft noch bis zum 29. August im Just the Tonic at The Caves

Foto: Louis DiCarlo



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