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Es gibt etwas wunderbar Anziehendes an einem Musical, das überhaupt nicht versucht, sich zu zügeln. Mothman: A Romance Musical, präsentiert von Finger Guns und Liebenspiel, nimmt Chaos, Absurdität und B-Movie-Komik an, um einen energiegeladenen und urkomischen Theaterabend zu schaffen. Das Stück spielt in West Virginia und erzählt die Geschichte eines Trios von Mothman-jagenden Teenagern, die in ein unerwartetes Liebesdreieck verwickelt werden. Mit absurder Komik, neuen Musicalnummern und einer bewusst überhöhten B-Movie-Ästhetik weiß die Produktion genau, in welcher Art von skurriler Welt sie sich bewegen will.
Zunächst lernen wir Professor Bumbleshaft kennen, gespielt von Hudson Hughes, der fest entschlossen ist, Mothman zu finden und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Seine Ermittlungen verlaufen jedoch wenig erfolgreich, denn er wird brutal von einem Bären gefressen. Das ist ein frühes Anzeichen für den wunderbar unvorhersehbaren Ton, der folgt. Danach richtet sich der Fokus auf Anna, gespielt von Alex Franklin, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin Natalie, gespielt von Nikola McMurtrie, und ihrem Freund Kevin, gespielt von Alex Prescot, nach dem mythischen Wesen sucht. Nachdem sie die Online-Exkurse des Professors verfolgt haben, haben die drei ihre eigene Mission zusammengestellt, um das Monster zu finden, das im Dunkeln lauert. Natalie bringt eine besondere Leidenschaft fürs Kochen, die Natur und Waffen mit, während sich Anna mehr und mehr zu genau der Kreatur hingezogen fühlt, die sie eigentlich jagen sollen.
Als Mothman auf Anna trifft, entwickelt sich eine unerwartete Romanze. Es gibt auch einen Pubwirt, einen französischen Maulwurf, der Mothman sehr zugetan ist, was die Lage eines unerwiderten Liebesdreiecks zunehmend komplizierter macht. Gespielt von einem Ensemble aus vier Personen nutzt die Produktion seine Darsteller besonders gut, indem die Company häufig mehrere Rollen übernimmt, um die zunehmend bizarre Welt um sie herum zu bevölkern. Die bewusst übertriebenen Darstellungen passen perfekt zum Material und erlauben es dem Ensemble, voll in die Absurdität einzutauchen, anstatt die Geschichte realistischer wirken zu lassen. Die Komik ist am stärksten, wenn sich die Produktion einfach ihrer eigenen Lächerlichkeit verschreibt. Überall finden sich Hinweise darauf, dass alles allmählich im Chaos endet, während PowerPoint-Präsentationen in das Geschehen eingebunden werden, um die Erzählung zu verstärken. Es ist ein bewusst schroffer und verspielter Ansatz, der besonders gut zur absurden Sensibilität der Show passt.
Photo credit: Finger Guns und Liebenspiel.
Einer der Höhepunkte ist eine Flugszene zwischen Mothman und Anna, die inmitten des ganzen Wahnsinns einen überraschend charmanten Moment schafft. Die Produktion bietet außerdem eine besonders starke Tanzsequenz, wobei die Choreografie dem ohnehin lebhaften Auftritt noch einmal neue Energie verleiht. Die Musicalsongs nehmen das ungewöhnliche Konzept der Show ebenso an. Anstatt die Absurdität zu kaschieren, nutzen die Lieder sie als Gelegenheit, sie weiter zu steigern, und kreieren eine Reihe komischer Momente, die das schnelle Tempo der Produktion aufrechterhalten.
Ein interessanter Gedanke zieht sich durch die Beziehungen, insbesondere die psychologische Beobachtung der ängstlichen Bindungsdynamiken, die zwischen den Figuren entstehen. Unter den Monstern, den Waffen und der bewusst lächerlichen Komik schlummert eine romantische Geschichte im Zentrum der Produktion. Mothman: A Romance Musical ist letztlich eine Mischung aus Chaos, Energie und komödiantischen Songs. Es ist nicht für Zuschauer gedacht, die traditionelles Musicaltheater suchen, sondern für jene, die absurde Humor, B-Movie-Ästhetik und eine Show mögen, die sich mit ihrem herrlich schrägen Charakter vollkommen wohlfühlt.
Es ist albern, energiegeladen und unverblümt bizarr, aber vor allem versteht die Besetzung die Welt, die sie erschaffen, und steht voll und ganz dahinter. Mothman zelebriert Albernheit, Schein-Horror und das Umarmen von Chaos.
Mothman: A Romance Musical lief beim Edinburgh Fringe und wurde ausgewählt, am 10. September im Rahmen von Fringe Fix im Underbelly Boulevard Soho aufgeführt zu werden.