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Anfang dieses Jahres stellte Marty Supreme Pingpong als eine Metapher für die ständigen Auf und Abs des Lebens und als Ventil für eine bestimmte Art von obsessiven Ehrgeizigen dar. In der New Yorker Fat Knight Theatre-Zweihand-Inszenierung Chip und Gus: Eine Komödie mit Eiern brauchen wir den Sport kaum, denn der Dialog ist schneller und schlagfertiger geschrieben, als jemand hoffen kann, den Ball über den Tisch zu schlagen.
Unsere titelgebenden Helden sind der Philosophie-Dozent Gus (John Ahlin) und der erfolglose Musiker Chip (Christopher Patrick Mullen), die sich monatlich treffen, um in einer heruntergekommenen Sportsbar im Norden von New York Pingpong zu spielen, wobei ihre Beziehung zu Beginn etwas geheimnisvoll bleibt. Zu Spielbeginn prallt Guses akademische Pedanterie auf Chips Weltschmerz, was eine Flut cleverer Wortspiele und esoterischer Streitigkeiten auslöst – etwa über den Geburtsort von Dr. Seuss oder wer diesmal die Rechnung in der Bar zahlt.
Der Dialog, gemeinsam von den Darstellern geschrieben, ist so gestaltet, dass man gelegentlich abschweifen und einige Details übersehen kann, um dennoch das allgemeine Gefühl eines schnellen Zwiegesprächs zu bewahren. Manchmal verliert sich die Sicht aufs Ganze zugunsten der Details, sodass wir nicht so viel über die Charaktere außerhalb des Pingpongtischs erfahren – ihre Freundschaft, Rivalität und mögliche homoerotische Verbindung bleiben größtenteils undurchsichtig. Der Schluss dreht sich um eine nicht sichtbare weibliche Figur, deren Beziehung zu den Protagonisten unausgereift wirkt und deren Enthüllungen als nicht verdient empfunden werden.
Es ist mindestens zehn Jahre her, seit die Show in New York entwickelt wurde, und einige Details im Skript wirken zeitlich verschoben. Beide Mitte vierzigjährigen Protagonisten kennen moderne Umgangssprache und Popkultur-Referenzen, doch Gus zeigt sich überrascht von einem iPod. Dies ist an sich nicht negativ, verstärkt jedoch das Gefühl, dass ein umfassenderer Kontext zu ihrem Leben fehlt. Selbst ihre lebenslange obsessive Hingabe zum Pingpong wird nur angedeutet, nie vollständig offenbart.
Aber wenn die Aufführungen so unterhaltsam sind wie hier, sind meine Einwände klein. Ahlin inszeniert sich selbst und seinen Kollegen mit eleganter Präzision. Die beiden schleichen und kreisen unaufhörlich umeinander am Tisch, bis sie in Slapstick-artige körperliche Gewalt verfallen. Beide Schauspieler verfügen über eine beeindruckende Fähigkeit, ihr Pingpongspiel mit ihrem gesprochenen Wort zu synchronisieren, und im Höhepunkt der Vorstellung scheinen die springenden Bälle ein emotionaler Barometer für die Beziehung der beiden zu sein.
Wie ihre Helden ist auch Chip und Gus rau und ungeschliffen, und weit davon entfernt, perfekt zu sein. Zum Glück kann man trotzdem unmöglich wegsehen.
Chip und Gus: Eine Komödie mit Eiern läuft im Venue 45 im theSpace bis zum 29. August
Foto-Credit: Nikhil Bansal