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Rezension: MALORY TOWERS, Alexandra Palace Theatre

Emma Rices unwiderstehliche Adaption erinnert das Publikum daran, warum Malory Towers über Generationen hinweg ein geschätzter Klassiker bleibt.

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Rezension: MALORY TOWERS, Alexandra Palace Theatre

5 Sterne

Emma Rice’s großartige Adaption von Enid Blytons Malory Towers kehrt mit all der Wärme, dem Witz und dem Staunen, die sie zu einem so geliebten Erfolg gemacht haben, ins Alexandra Palace Theatre zurück. Voller mitreißender Energie, außergewöhnlicher Musikalität und herzlicher Erzählkunst beweist diese erheiternde Produktion, dass sie heute ebenso relevant wie nostalgisch ist und Freundschaft, Resilienz sowie die Stärke junger Frauen mit bemerkenswertem Charme feiert.

Die Produktion beginnt mit modernen Schülerinnen, die einen Streit haben, während ein Mädchen für die Abenteuer von Darrell Rivers und das bleibende Vermächtnis der Kameradschaft bei Malory Towers eintritt. Wir werden auf magische Weise zurück in Blytons Welt versetzt, die Generationen verbindet und das Publikum daran erinnert, dass die Werte im Kern der Geschichte zeitlos bleiben. Eine lebendige, vom Jazz inspirierte Nummer transportiert alle vom Bahnhof Paddington zur Küste Cornwalls und setzt den Ton für eine fantasievolle theatralische Reise voller Spannung.

Robyn Sinclair liefert eine fesselnde Darstellung der Darrell Rivers, die jugendlichen Enthusiasmus perfekt mit emotionaler Verletzlichkeit in Einklang bringt. Darrell kommt mit großer Vorfreude auf neue Erfahrungen und dem Wunsch, ihren Platz unter den Mitschülerinnen zu finden, in das Internat, doch ihr aufbrausendes Temperament droht immer wieder, ihre besten Absichten zu untergraben. Sinclair stellt diesen inneren Konflikt aufrichtig dar, besonders wenn Darrell das überwältigende Gefühl eines „roten Nebels“ beschreibt und ihren Willen, den Umgang mit emotionaler Dysregulation zu erlernen.

An Sinclairs Seite steht ein hervorragendes Ensemble talentierter Darstellerinnen, das jeder Figur Individualität und Tiefe verleiht. Bethany Wooding verkörpert wunderbar mitfühlend Sally Hope, deren eigene Reise sie lehrt, die Gefahren von vorschnellem Urteilen über andere zu erkennen. Zoe West ist entzückend temperamentvoll als die pferdevernarrte Bill Robinson, während Molly Cheesley als die schelmische Alicia Johns für Unterhaltung sorgt. Eden Barrie bietet eine berührende Darstellung der schüchternen Mary Lou Atkinson, deren stille Courage sich im Verlauf der Geschichte allmählich entfaltet, während Rebecca Collingwood als zutiefst missverstandene, volatile und oft boshafte Gwendoline Lacey herausragt. Anstatt sie einfach nur als unsympathisch darzustellen, enthüllt Collingwood die Verletzlichkeit hinter ihrem schwierigen Verhalten, wodurch die späteren Enthüllungen über ihre Familiengeschichte wirklich berührend wirken.

Anna Soden, Bethany Wooding, Stephanie Hockley, Robyn Sinclair, Emily Panes, Molly Cheesley Foto: Jake Haseldine

Stephanie Hockley sticht besonders als Irene DuPont hervor. Nicht nur ihr komödiantisches Timing ist hervorragend, auch ihre musikalische Fähigkeit ist außergewöhnlich. Zwei herausragende Lieder sind Mary Lous bewegende Darbietung von If I Were a Girl, mit der sie Darrell einfühlsam aus ihrer eigenen Perspektive von Lebenskämpfen sehen lässt, und das wunderschön vorgetragene Hush Now Sally, das kraftvoll ist und die außergewöhnliche stimmliche Harmonie dieses herausragenden Ensembles demonstriert. Musik ist zweifellos eine der größten Stärken der Produktion. Die Mehrheit der Besetzung sind versierte Musikerinnen und Musiker, die reiche Harmonien schaffen, die jede Szene aufwerten. Ihre großartige Interpretation von Mr Sandman ist schlichtweg fantastisch, während die Livemusik zum integralen Bestandteil der Erzählung wird und sie nicht nur begleitet.

Emma Rice zeigt, warum sie eine der erfinderischsten Regisseurinnen Großbritanniens geblieben ist. Die Produktion strotzt vor theatralischer Fantasie, die an die reine Wunderbarkeit von The Wild Bride erinnert. Die clever inszenierte Zugfahrt nach Cornwall ist wunderbar lebendig, während eine geniale von Puppen geleitete Schwimmszene mit bemerkenswerter Kreativität kindliches Abenteuer einfängt. Jede Szene sprüht vor Bewegung und spielerischer Theatralik, ohne dabei je das emotionale Herz der Geschichte aus den Augen zu verlieren.

Das Choreographische ist durchweg dynamisch und einfallsreich und verleiht dem gesamten Stück Schwung. Besonders einprägsam ist der entschlossene Marsch von Sally und Darrell mit ihren Lacrosse-Schlägern, als sie sich darauf vorbereiten, Gwendoline gegenüberzutreten – ein eindrucksvolles Bild der Solidarität. Ebenso mitreißend ist die dramatische Klippenrettung in Akt zwei, die Spannung erzeugt und zugleich die Bedeutung von Fürsorge, Freundschaft und Selbstlosigkeit unterstreicht.

Molly Cheesley, Emily Panes, Robyn Sinclair, Bethany Wooding, Anna Soden
Foto: Jake Haseldine

Unter dem Lachen und dem Spektakel liegen bedeutungsvolle Themen, die beim heutigen Publikum stark nachhallen. Weisheit in Form von Ermutigung fordert die Mädchen dazu auf, „gute, verlässliche Frauen zu werden, auf die sich die Welt stützen kann“ – eine Botschaft, die sowohl inspirierend als auch stärkend bleibt. Die Produktion behandelt Loyalität, Vergebung, Ehrlichkeit und persönliche Entwicklung mit bemerkenswerter Sensibilität und erinnert daran, dass wahre Stärke oft daraus resultiert, andere zu verstehen und zuzuhören, anstatt sie zu verurteilen.

Die Einbindung der Schulaufführung von Ein Sommernachtstraum fügt eine weitere reizvolle theatralische Ebene hinzu, während die berühmte Feststellung, dass die Show weitergehen muss, ein passendes Spiegelbild für die Resilienz jeder Figur ist. Die Botschaft von Hoffnung und Optimismus trifft ins Schwarze, wenn die Mädchen ihren Mut, Mitgefühl und ihre Freundschaft entdecken und die Resilienz immer über Angst und Missverständnisse triumphiert.

Emma Rices Malory Towers ist eine freudige Feier des Erwachsenwerdens, des Findens der eigenen Stimme und der Entdeckung der Menschen, die zur gewählten Familie werden. Gefüllt mit wunderschöner Musik, fantasievoller Inszenierung, herzlichen Darbietungen und einem wunderbaren Fokus auf Selbstermächtigung. Diese großartige Produktion fängt sowohl die Nostalgie von Enid Blytons geliebten Geschichten als auch ihre anhaltende Relevanz für moderne Zuschauer ein. Ein theatralisches Abenteuer voller Herz, Humor und Menschlichkeit, das von Zuschauern jeder Generation geschätzt werden sollte.

Malory Towers läuft noch bis zum 2. August im Alexandra Palace Theatre in London

Fotocredits: Jake Haseldine



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