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Kritik: WHO KILLED MARILYN?, The Emerald Theatre

Sharleen Cooper Cohens neues Stück mit Pixie Lott in der Hauptrolle läuft bis zum 29. Oktober

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Kritik: WHO KILLED MARILYN?, The Emerald Theatre

1 star

Mit 600 Büchern, die über sie geschrieben wurden (auf Augenhöhe mit Napoleon, Shakespeare und Jesus Christus) sowie mehreren Darstellungen auf Bühne und Leinwand bleibt die blonde Bombe Marilyn Monroe eine beliebte Filmikone, deren Privatleben, obwohl gut dokumentiert, weiterhin vonGeheimnissen umgeben ist. Einerseits kann ihr Leben neue Bedeutung erhalten, wie etwa in My Weekend With Marilyn. Andererseits kann es auch in Ausbeutung kippen wie im kontroversen Blonde. Unglücklicherweise fällt das neue Stück Who Killed Marilyn? stark in letztere Kategorie.

Im Programmheft behauptet Regisseur Phillip Wm McKinley, dass das Stück dem Publikum überlässt, ob das auf der Bühne Gezeigte wahr ist oder nicht, doch beim Zuschauen scheint diese Entscheidung bereits für uns getroffen worden zu sein. Anstatt von Selbstmord oder versehentlicher Überdosis auszugehen, lehnt sich Sharleen Cooper Cohens Buch an Verschwörungstheorien an, die zuerst von Milo Speriglio und Anthony Summers verbreitet wurden, wonach Monroe wegen ihrer Verbindungen zu den Kennedys ermordet wurde. Trotz scheinbar jahrelanger Recherche und der Behauptung, Monroe sei keine dumme Blondine, die von Männern besessen war, reduziert Cooper ihr Leben auf eine so substanzlose Darstellung wie eine Wikipedia-Zusammenfassung – und selbst diese vermittelte mir in meinen Recherchen mehr Tiefe und Anmut.

Foto: Pamela Raith

Mit wenig Zusammenhalt blinkt die Regie von McKinley sporadisch – buchstäblich durch Jack Weirs blendendes Bühnenlicht und Justin Williams’ uninspiriertes Bühnenbild – hin und her zwischen den Momenten nach Monroes Tod und einer Reihe von Erinnerungen, die bestenfalls lächerlich und schlimmstenfalls geschmacklos sind. Was wir schnell lernen, ist, dass Monroe statt der komplexen Frau, die ihre öffentliche Persona sorgfältig gestaltete, vielmehr von den Männern um sie herum definiert wird.

Sie stolpert nahezu hastig durch ihre Beziehungen mit Joe DiMaggio, Arthur Miller sowie John F. und Bob Kennedy – dabei ignoriert sie ihre erste Ehe mit James Dougherty im Alter von sechzehn Jahren – sowie ihre Verbindungen zur Mafia in einem Dialog, der direkt aus ChatGPT stammen könnte; andere faszinierende Bereiche ihres Lebens wie ihre Beziehung zu ihrer psychisch kranken Mutter finden keinen Raum. Fast wird es mit zwei leidenschaftlichen Monologen über ihren Perfektionismus vor der Kamera und einer Erkenntnis während ihrer letzten Therapiesitzung nuancierter – aber da ist es zu wenig zu spät. Erwähnt werden auch ihre angeblichen Abtreibungen, für die es keine historischen Belege gibt, geschweige denn, dass sie gezwungen worden wäre, was angesichts ihrer Endometriose und Fehlgeburten besonders unpassend wirkt.

Pixie Lott als Marilyn Monroe
Foto: Pamela Raith

Pop-Sängerin Pixie Lott schlüpft in Monroes Rolle, doch trotz eines beherzten Einsatzes kann auch sie das dürftige Material nicht retten. Sie sieht zumindest äußerlich passend aus, gestylt mit Monroes voluminösem blondem Bob und rotem Lippenstift dank JJ Wigs’ Perücken- und Make-up-Design, trägt jedoch ein kunststoffhaft wirkendes weißes Top und Hose von Jasmine Swan, das eher nach Sandy aus Grease als nach The Girl in The Seven Year Itch schreit. Mit einem verschmitzten Zwinkern in die Richtung des Publikums und ihrer hauchig bekannten Stimme wirkt sie wie eine Karikatur, die sich besonders in ihrem einzigen musikalischen Moment beim Singen von Happy Birthday Mr President zeigt.

Der Rest des Ensembles schneidet leider nicht besser ab, bemüht sich trotz Rollenvielfalt als zwanghafte Karikaturen, die blaue Anzüge mit seltsamen Farbspritzern tragen. Paul Kane versucht, Charme als Bobby Kennedy zu vermitteln, während Ben Dilloway als Arthur Miller auftritt. Am schwächsten sind jedoch die Gangster und FBI-Agenten, wobei Martin Hancock mit der karikaturenhaftesten Darstellung eines Mafiabosses als Sam Giancana auffällt.

In einer Zeit, in der die Medienbesessenheit von jungen, schwierigen Hollywood-Frauen weiterhin grassiert, könnte die Erforschung der Ethik einer erneuten Untersuchung von Marilyn Monroes Tod durchaus berechtigt sein. Stattdessen wird Who Killed Marilyn? zum Gegenstand der Kritik, die es eigentlich üben will. Vielleicht sollte die Frage um Monroes Tod nicht lauten „Wer hat sie ermordet?“, sondern vielmehr „Warum lassen wir sie nicht ruhen?“

Who Killed Marilyn? läuft noch bis zum 29. Oktober im Emerald Theatre.

Foto: Pamela Raith


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