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Rezension: BLUE/ORANGE, OSO Arts Centre, Barnes

Eine klaustrophobische und brillant intensive Wiederbelebung

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Rezension: BLUE/ORANGE, OSO Arts Centre, Barnes

4 SterneJoe Penhall's feuriges Stück, Blue/Orange, wurde nach seinem Debüt 2000 am National Theatre mit Auszeichnungen überhäuft und gewann 2001 die Olivier-, Critics' Circle- und Evening Standard-Preise für das beste neue Stück. Es wurde viele Male neu aufgeführt und bleibt bestehen, da seine Themen sowohl vorausschauend als auch dringend sind. Jetzt ist das kleine OSO Arts Centre in Barnes Gastgeber, und es ist so intensiv und provokant wie eh und je.

Der Patient Christopher steht kurz davor, eine psychiatrische Einrichtung zu verlassen, doch seine Ärztin Dr. Flaherty hat Bedenken, dass er noch nicht gesund genug ist, um entlassen zu werden. Sie sucht Rat bei ihrem Berater und Mentor Dr. Smith, der mit Überzeugung erklärt, dass Christopher wieder in die Gemeinschaft entlassen werden muss, sowohl zu seinem eigenen Wohle als auch zum Wohle der überlasteten Krankenhausabteilung. Was folgt, ist ein kraftvoller Kampf der Willen, der Themen wie institutionellen Rassismus, medizinischen Egoismus und die anhaltende Frage aufwirft, wie man am besten für Menschen sorgt, die unter psychischen Gesundheitskrisen in einem Gesundheitssystem leiden, das an seinen Grenzen angelangt ist.

Dr. Flaherty (Muireann Gallen) und Dr. Smith (Ciaran Corsar)
Foto: Kinga Dulka

Andre Bullock ist vollkommen überzeugend in der Rolle des Christopher, eines jungen Mannes mit vielen Herausforderungen, einschließlich der Wahrnehmung von blauen Orangen und dem Glauben, sein Vater sei Idi Amin. Bullock verkörpert diese Rolle mit einer unglaublich physischen Darbietung: Sein Körper spiegelt die ständige Bewegung in seinem Geist wider, während seine Finger zucken, sein Fuß tippt und er scheinbar nicht entscheiden kann, ob er sitzen oder stehen soll. Er lässt uns auch Einblicke in die Turbulenzen von Christophers Geist gewinnen; ängstlich, einsam, aufsässig, aber intensiv besorgt mit rascher Rede. Es ist eine wahrhaft brillante Darbietung.

Muireann Gallen übernimmt die traditionell männliche Rolle der neu ausgebildeten Dr. Flaherty mit Herz. Zunächst geblendet von ihrer Sorge um ihren Patienten, zeigt Gallen den scheinbar unmöglichen Konflikt und die harten Entscheidungen, die als Psychiaterin getroffen werden müssen. Gallen ist unerschrocken und mutig angesichts der Behauptungen von Dr. Smith, zeigt jedoch später eigene Vorurteile und starke Vorurteile. Ihr Geschlecht fügt der Produktion eine weitere Schicht hinzu, da das Echo eines älteren, beruflich überlegenen Mannes, der eine jüngere Frau effektiv einschüchtert, schwer zu ignorieren ist.

Gallen erzeugt unangenehme Spannungen mit Ciaran Corsar, der als arroganter, überheblicher Dr. Smith wunderbar unsympathisch ist. Trotz seiner Überheblichkeit zeigt Gallen einen Mann, der sowohl unsicher über sein Bedürfnis nach dem Status eines Professors und all den damit verbundenen Vorzügen ist, aber auch so sorglos von seiner eigenen Diagnose überzeugt ist, dass er keinerlei Alternative sieht. Dies ist ein Mann, der das System kennt und daher weiß, welche Kämpfe er gewinnen und welche er nicht gewinnen kann.

Dr. Smith (Ciaran Corsar) und Dr. Flaherty 
Foto: Kinga Dulka

Penhalls Schreiben gelingt so gut, dass das Publikum ständig seine Unterstützung ändern muss: Dr. Flaherty ist jung, enthusiastisch und scheint sich wirklich um ihren Patienten zu kümmern, aber Dr. Smith, trotz seiner Arroganz, bringt valide Punkte über Christophers Bedürfnis nach Freiheit, gefährdet durch seine Verwahrung. Doch im Kern steht der Patient, der zwischen den Medizinern auf zunehmend unethische und unangenehme Weise hin und her geschoben wird.

Das Stück ist ein straffes Drei-Personen-Stück und verlässt sich auf die Flüssigkeit und starke Interaktion der Schauspieler. Lydia Saxes scharfsinnige und nachdenkliche Regie im Rund vermittelt ein voyeuristisches und notwendiges klaustrophobisches Gefühl. Sax behält das Setting von 2000 bei, sodass trotz des Rauchens und der Hinweise auf einen Blair’schen Wohnungsboom, es deprimierend aktuell wirkt in Bezug auf ein Psychiatriesystem, das nicht in der Lage ist, individuell für Patienten zu sorgen.

Dr. Smiths Interesse an Christopher steigt, als er ihn als potenzielles Forschungssubjekt für sein neuestes Buch sieht. Er glaubt, dass Christophers Rasse und 'woher er kommt' ein Faktor in seiner schlechten psychischen Gesundheit ist und denkt, dass er ein Heilmittel für 'schwarze Psychose' finden kann. Seine Einstellung ist sorglos, seine Worte grob, doch kontrastiert dies effektiv mit Dr. Flaherty, die flach nicht die Verbindung sieht und stets betont, dass Christophers Herkunft einfach ein Wohnviertel in Shepherd’s Bush ist.

Selbst wenn psychische Gesundheit im Jahr 2026 viel weniger tabuisiert ist, werden Schwarze heute viermal so häufig unter dem Mental Health Act festgehalten wie Weiße. Es ist ernüchternd, dass diese Statistiken bestehen bleiben. Die Betreuung in der Gemeinschaft bleibt ein umstrittenes Thema, und die jüngsten tragischen Vorfälle, wie die Angriffe in Nottingham 2023 durch Valdo Calocane, einen Mann mit einer Vorgeschichte schwerer psychischer Probleme, zeigen, dass das System weiterhin grundlegende Reformen benötigt.

Raphaé Memon's karger Bühnenbild zeigt uns einen festgeschraubten Tisch und zwei Stühle, einen Aschenbecher und eine Schale mit Orangen. Aber in Wirklichkeit braucht diese Produktion nichts mehr als diese drei Great Performances und Penhalls brillantes Skript, um wirklich zu glänzen. Nachdenklich und kraftvoll, ist dies eine großartige Wiederbelebung.

Blue/Orange ist bis zum 10. Mai im OSO Arts Centre, Barnes

Foto Credits: Kinga Dulka



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