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Es war ein Abend voller filmischer Bilder, von den farbenfrohen Ausbrüchen in Oliver Knussens „Flourish with Fireworks“ und Sergey Rachmaninows „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ bis hin zu Dmitri Schostakowitschs „Symphonie Nr. 11 in g-Moll, Das Jahr 1905“. Unter der aufmerksamen Leitung von Thomas Søndergård lieferte das Royal Scottish National Orchestra eine unvergessliche Darbietung, die das Publikum vom Anfang bis zum Ende begeisterte; der Auftritt des Klaviersolisten Kirill Gerstein war das i-Tüpfelchen, seine Feinfühligkeit bei Rachmaninow ließ keinen Zweifel daran, dass man gerade etwas Besonderes erlebt hatte.
„Flourish with Fireworks“ war der perfekte Appetithappen für den Abend, eine vierminütige Hommage von Oliver Knussen an den Dirigenten Michael Tilson Thomas, dessen musikalische Notation von den Initialen des Dirigenten und seines Orchesters inspiriert wurde: MTT und LSO (London Symphony Orchestra). Man kann sich beim Hören dieses Stücks leicht ein Feuerwerk vorstellen, die blitzenden Lichter und die flüchtige Natur jeder Explosion werden wunderbar in ein melodisches Meisterwerk verwandelt. Ebenso sind Einflüsse von Tilson Thomas und Knussens bewundertem Stravinsky zu hören, was den Tribut eindrucksvoll unterstreicht.
Wer Rachmaninow hört, erkennt mehr als man vielleicht erwartet; das filmische Potenzial seiner Werke und seine vielfältigen Einflüsse treten hervor und schaffen experimentelle und innovative Kompositionen. Die „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ ist ein besonders gutes Beispiel für das Zusammenspiel des Solisten mit dem gesamten Orchester und eine Meisterklasse in den Händen von Gerstein und dem Royal Scottish National Orchestra. Gersteins Hände tanzten über die Tasten in diesem gelegentlich verspielten, manchmal romantischen und stets dramatischen Stück – die üppigen Streichinstrumente verstärkten die Melodie am Klavier.

Ich vermute, es hätte im Royal Albert Hall einen Aufruhr gegeben, wenn Gerstein nach diesem Stück nicht für eine Zugabe zurückgekehrt wäre. Seine Wahl von Rachmaninows „Mélodie, Opus 3“ war der perfekte Abschluss vor der Pause. Ein verträumtes, aber keineswegs weniger technisches Stück (es ist schließlich Rachmaninow), das Gersteins Beherrschung der Tasten zeigte und das Publikum gleichermaßen in Bann hielt.
Schostakowitschs elfte Sinfonie dauert fast eine Stunde und ist in vier benannte Sätze unterteilt: Palastplatz, Der 9. Januar, Ewige Erinnerung und Die Alarmglocke. Sie wurde in der Vergangenheit als „eine Filmmusik ohne Film“ beschrieben, und das ist nicht schwer nachzuvollziehen. Mit dem Untertitel Das Jahr 1905 ehrt sie die Erste Russische Revolution und nutzt Schostakowitschs Erfahrung als Filmmusik-Komponist sowie sein früheres Leben als Begleiter von Stummfilmen, um etwas Gewaltiges und Faszinierendes zu schaffen. In fast jeder Linie hört man seinen Einfluss widerhallen, der bis zu heutigen Filmkomponisten reicht, die etwas Schockierendes, Transzendentes und Bildreiches zu finden suchen.
Das Orchester als Ganzes erweckte dieses großartige Musikstück mit Leidenschaft und Elan zum Leben, doch die Stars des Abends waren Erster Trompeter Christopher Hart und die Schlagzeugsektion – insbesondere Louise Goodwin am Paukenschlag, ihr bedrohliches Dröhnen erinnerte eindrücklich an das revolutionäre Thema der Komposition. Als die letzten Alarmglocken erklangen, spürte man, wie das Publikum auf der Sitzkante saß und darauf wartete, wieder atmen zu dürfen. Es war elektrisierend, dem Nachwirken dieses epischen Konzerts beizuwohnen, begleitet von einer angemessenen Ovation.
Ohne Zweifel eines der Highlights dieser Proms-Saison bislang – die Kombination der musikalischen Darbietungen passte perfekt zur Musikalität des Orchesters und des gewählten Solisten und lieferte eine Vorstellung, die größer war als die Summe ihrer Teile. Hören Sie sofort die Radioübertragung nach und ärgern Sie sich, falls Sie sie verpasst haben. Ein erhabenes Ereignis.
Die BBC Proms laufen im Royal Albert Hall bis zum 12. September
Foto: Debbie Gilpin