Benny Andersson und Björn Ulvaeus Musical CHESS erlebt Neuinzenierung an der Oper Chemnitz

von Benny Andersson, Björn Ulvaeus (Musik) und Tim Rice (Lyrics)

Die Originalversion wurde von Trevor Nunn inszeniert

Orchestrierung/Arrangements von Anders Eljas, Übersetzung von Kevin Schroeder

Premiere: 10. Oktober 2015, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Inhalt

„One Night in Bangkok" gehört zu den größten Hits der Achtziger, aber wahrscheinlich wissen nur wenige, dass er aus dem Musical „Chess" stammt und dass dieser Rap wie auch alle weiteren Songs von den beiden Männern der Popgruppe ABBA geschrieben wurde. „Chess" („Schach") erzählt vom Schachspiel der Supermächte: 1972 trafen im isländischen Reykjavik der amerikanische Schachweltmeister Bobby Fischer und der sowjetrussische Herausforderer Boris Spassky aufeinander. Bis dahin ein Nischensport, stand Schach plötzlich im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit - dank des vorherrschenden Kalten Krieges, der dieses Ereignis zum Stellvertreter-Krieg zwischen der USA und der UdSSR machte. Knapp neun Jahre später setzte der Songwriter und Textdichter Tim Rice seinen Plan in die Tat um, anhand dieses Schachwettkampfes ein Musical zu kreieren, das nach einem uralten Theatertrick die politische mit der sportlichen sowie einer sehr privaten Ebene verband. Herausgekommen ist 1984 das Konzeptalbum „Chess" und 1986 die erste Bühnenfassung am Londoner Westend, inszeniert von Trevor Nunn.

In „Chess" kämpfen der Amerikaner Frederick Trumper und der Russe Anatoly Sergievsky in Meran um die Schachkrone. Zwischen ihnen steht die schöne Ungarin Florence Vassy, die im Budapester Aufstand von 1956 ihre Eltern verloren hatte - oder doch nicht? Trotz der strengen Überwachung des berüchtigten sowjetischen Geheimdienstes KGB gelingt es Anatoly, nach seinem Sieg in die USA überzulaufen. Doch ein Jahr später muss er sich in Bangkok einem neuen sowjetischen Herausforderer stellen, und der KGB-Mann Molokov scheut kein Mittel, Anatoly vom Kurs abzubringen - zum Beispiel mit der unfreiwilligen Hilfe von Florence und Trumper. Ein Nervenkrieg beginnt, der die Handlungsebene des Musicals sukzessive in ein Schachspiel verwandelt; doch geht es hier um wirkliche Menschenleben ...

„Chess" besticht durch seine rockigen Songs, seine dramatisch durchkomponierten Szenen und seine zunehmend soghafte Spannung - sowie durch historische Verankerung im Kalten Krieg, der allenthalben das Bühnengeschehen prägt.

Mit Patrick Stanke (Frederick Trumper), Matthias Otte (Anatoly Sergievsky), Roberta Valentini (Florence Vassy), Mischa Mang (Schiedsrichter) und Stefanie Köhm (Svetlana) ist die Chemnitzer Neuproduktion hochkarätig besetzt. Matthias Winter als Molokov vervollständigt die Solistenriege. Ein vierköpfiger Pop-Chor, der Opernchor sowie das Ballett Chemnitz verleihen dem Bühnengeschehen eine adäquate Breitenwirkung, Choreografie und musikalische Fülle. Tom Bitterlich wird mit „Chess" seine vorerst letzte Musical-Einstudierung in Chemnitz vornehmen, bevor er zum 1. November 2015 die Stadt Richtung München verlässt - um für alle Vorstellungstermine zurückzukehren. Das Charakteristische am „Chess"-Sound: Im Orchestergraben sitzt sowohl die Robert-Schumann-Philharmonie als auch eine Rockband, die teils gegen-, teils miteinander die rockigen und lyrischen Songs begleiten.

Die Inszenierung von Thomas Winter (Regie), Ulv Jakobsen (Bühne, Kostüme) und Danny Costello (Choreografie) gibt der Show Opulenz, Tempo und Tiefgang, setzt aber besonders auf die stückprägende Wechselwirkung zwischen Sport, Liebe und Politik. „Chess" gehört zu den Musicals, die eine ganze Reihe von Umarbeitungen erfahren hat, nicht zuletzt deshalb, weil die Zeit das Stück 1989/1990 mit der Wende „überholte". Die Chemnitzer Neuproduktion basiert auf der ursprünglichen Bühnenfassung von 1986, die Thomas Winter durch behutsame Bearbeitung für Chemnitz eingerichtet hat. Dabei profitiert das Ensemble wie das Regieteam von der neuen deutschen Übersetzung von Kevin Schroeder, der die punktgenauen Verse von Tim Rice kongenial übertragen hat und so dem Publikum ermöglicht, der Handlung durchgehend ohne Einschränkung zu folgen.

Kreativteam

Musikalische Leitung: Tom Bitterlich, Inszenierung: Thomas Winter

Choreografie: Danny Costello

Bühne und Kostüme: Ulv Jakobsen

Besetzung

Patrick Stanke (Frederick Trumper), Roberta Valentini (Florence Vassy), Matthias Otte (Anatoly Sergievsky), Mischa Mang (Schiedsrichter), Stefanie Köhm (Svetlana), Matthias Winter (Molokov), Claudia Müller-Kretschmer (Pop Chor 1), Elisabeth Markstein (Pop Chor 2), Robert Schmelcher (Pop Chor 3), Michael Beck (Pop Chor 4)

Weitere Informationen, alle Vorstellungstermine und Tickets gibt es unter www.theater-chemnitz.de

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From This Author Iris Moebius

Scientist who happens to love music, theater, and most of all, musical theater. Currently located in New York, and seeing all the theater I can (read more...)

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