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Zur Feier des vierzigsten Jubiläums von Glenn Elstons gefeierter Adaption von Der Wind in den Weiden zeigt die Australian Shakespeare Company erneut, warum sie als Inbegriff für phantasievolles Familientheater im Freien gilt. Unter der Regie von Otis Elston verwandelt diese bezaubernde Produktion die beeindruckende Kulisse der Kew Gardens in Kenneth Grahames idyllische Flusswelt und präsentiert ein interaktives Abenteuer, das Zuschauer jeden Alters bezaubert.
Die Inszenierung beginnt mit zwei der denkwürdigsten Auftritte, die man sich vorstellen kann. Vor der spektakulären Kulisse von See und Gärten kommen zwei Figuren per Boot an und erzeugen sofort ein Gefühl von Staunen, das perfekt zur natürlichen Umgebung passt. Das Publikum lernt schnell eine liebenswerte Gruppe von Charakteren kennen, darunter Ratty, Maulwurf, Herr Dachs, Otter, Wiesel, den fabelhaften Chefkaninchen und später den schelmischen Kröterich. Maulwurf wird schüchtern, liebenswert und nachvollziehbar ängstlich dargestellt, wenn es darum geht, die vertraute Umgebung zu verlassen, was ihre allmähliche Hinwendung zum Abenteuer umso lohnender macht, zumal ihre Freunde sie ermutigen, das Toad Hall zu besuchen.
Musik ist durchweg nahtlos in die Inszenierung eingewoben, wobei ein multitalentierter Cast beeindruckende Musikalität neben seinem Schauspiel zeigt. Besonders erfreulich ist eine Sequenz, in der Kaninchen und Wiesel sich spielerisch duellieren, bevor sie zusammen eine unterhaltsame Gitarrenvorstellung geben, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen begeistert. Die stimmlichen Fähigkeiten und musikalische Vielseitigkeit des Ensembles fügen der ohnehin fesselnden Produktion eine weitere Ebene des Vergnügens hinzu.
Die Beteiligung des Publikums steht im Zentrum des Erlebnisses und wird mit echter Herzlichkeit durchgeführt. Chefkaninchen ist ein sofortiger Liebling, der die jüngeren Zuschauer einlädt, die Ohren zu wackeln, die Nasen zu zwirbeln und die magischen Worte „Flüsternde Weiden“ zu chanten, während sie Ehrenkaninchen werden. Der sanfte Humor setzt sich mit amüsanten Ermahnungen fort, keine Hinterlassenschaften auf dem Weg zu hinterlassen, während Kinder jede Gelegenheit begeistert wahrnehmen, Teil der sich entfaltenden Geschichte zu werden.
Ein weiterer denkwürdiger Moment sind die Warnungen vor dem Betreten des Wildholzes, wo eine energiegeladene Choreografie eine unerwartete Prise theatralischen Glamours mit unverkennbaren Showgirl-Einflüssen liefert. Die Tanzeinlagen sind lebendig und einfallsreich und ergänzen den verspielten Ton, ohne je die Erzählung zu überlagern.
Eine der größten Stärken der Australian Shakespeare Company ist wieder ihr feines Gespür für junge Zuschauer. Zur Halbzeit der Aufführung werden die Zuschauer eingeladen, den ursprünglichen Spielbereich zu verlassen und einen kurzen Spaziergang zum Toad Hall zu machen, wo der Rest des Abenteuers stattfindet. Anstatt die Erzählung zu unterbrechen, erneuert diese Verlagerung geschickt die Aufmerksamkeit des Publikums und hält insbesondere die Jüngeren engagiert. Dieses erfinderische theatralische Mittel ist ein Markenzeichen der Company und erweist sich auch hier als ebenso wirkungsvoll.
Die zweite Spielstätte sorgt für einen noch stärkeren Schluss mit der Ankunft von Kröterich, der ab seinem ersten Auftritt jede Szene stiehlt. Verspielt, frech und köstlich hinterlistig führt seine neueste Obsession für motorisierte Fahrzeuge schnell zu rücksichtlosem Fahren, einer Begegnung mit einem Polizisten und der Aussicht auf Gefängnis. Währenddessen kämpfen die übrigen Figuren gegen Wiesels Pläne, die Kontrolle über das Toad Hall zu übernehmen, was viele komische Gelegenheiten schafft.
Die Produktion fordert die Kinder erneut auf, aktiv teilzunehmen, diesmal indem sie sie auf ein weiteres Abenteuer schickt, das ihnen erlaubt, ihre Beine zu vertreten, während Kaninchen und Wiesel die Erwachsenen mit einer großartig lustigen Musiknummer unterhalten. Dies ist ein weiteres gelungenes Element der Publikumsbeteiligung, das sicherstellt, dass jede Generation während der Aufführung einbezogen wird.
Otis Elstons Regie hält die Handlung in einem energischen Tempo, ohne je das sanfte Herz von Grahames klassischer Geschichte aus den Augen zu verlieren. Glenn Elstons Adaptation bewahrt die Wärme, Freundschaft und den Humor der Originalerzählung und nutzt gleichzeitig die interaktiven Möglichkeiten des Freilufttheaters. Der Cast bleibt durchweg voll engagiert und bietet Darbietungen voller ansteckender Begeisterung, ungezügelter Energie und echter Freude.
Das ist Familientheater vom Feinsten. Reich an Fantasie, voller Lachen, Musik und einfallsreicher Publikumsbeteiligung bietet Der Wind in den Weiden ein bezauberndes Freiluft-Erlebnis, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhält. Mit seinen denkwürdigen Darbietungen, der schönen Kulisse und der kreativen Inszenierung ist diese Jubiläumsproduktion eine freudige Feier eines zeitlosen Klassikers, der auch nach vierzig Jahren noch begeistert.
Der Wind in den Weiden läuft bis zum 23. August 2026 im Theatre On Kew, The Lake, Royal Botanic Gardens, Kew