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Es gibt nur wenige Kinderbücher, die die Fantasie junger Leser so gefesselt haben wie Dav Pilkeys Dog Man-Reihe. Mit weltweit Millionen verkaufter Exemplare springen die beliebten Comic-Abenteuer nun in ihrer Europa-Premiere von der Seite auf die Bühne und bringen jede Menge bunte Chaos, ansteckenden Humor und herzerwärmende Lebenslektionen ins Southbank Centre. Vollgepackt mit Comic-Energie und verspielter Theatralik umarmt Dog Man: Das Musical sein junges Publikum und liefert gleichzeitig genug cleveren Humor, um auch die begleitenden Erwachsenen bestens zu unterhalten.
Die Inszenierung etabliert sofort die vom Comic inspirierte Welt durch ein Bühnenbild, das Pilkeys sofort wiedererkennbarem Skizzenbuchstil perfekt widerspiegelt. Das Publikum wird von George, gespielt von Ricardo Mendes, und Harold, gespielt von Peter Lavery, herzlich willkommen geheißen, die begeistert erklären, wie sie beschlossen haben, ihren selbstgemachten Comic in ein Musical zu verwandeln, nachdem sie gesehen haben, dass andere dasselbe geschafft haben. Ihre Begeisterung bildet den Rahmen für die gesamte Produktion, wobei das Duo regelmäßig zurückkehrt, um die erzählte Geschichte zu kommentieren und zu gestalten.
Die Eröffnungsnummer stellt schnell die bunte Besetzung der Charaktere vor und katapultiert das Publikum in Dog Mans wunderbar absurde Entstehungsgeschichte. Nach einem unglücklichen Unfall vereint ein gewagtes wissenschaftliches Verfahren den Kopf eines treuen Hundes mit dem Körper eines Polizisten und erschafft so den unwahrscheinlichen Helden der Stadt. Der denkwürdige Kaboom-Schirm bietet eine vergnügliche Einführung in diese bizarre Verwandlung und fängt den verspielten Geist der Bücher perfekt ein.
Anstatt eine durchgehende Handlung zu präsentieren, rekonstruiert das Musical mehrere Lieblingsgeschichten aus den Comics in einer episodischen Struktur, die einige von Pilkeys beliebtesten Erzählungen feiert. Dieses Format ermöglicht es den jüngeren Zuschauern, einen ständigen Strom an fantasievollen Abenteuern zu genießen, ohne dass das Tempo verloren geht.
Foto-Credit: Mark Senior
Sam Kipling liefert eine herausragende Darstellung des wundervoll selbstbezogenen Petey. Sein komisches Timing ist erstklassig und seine kraftvolle Stimme glänzt durchgehend, besonders bei einer urkomischen Nummer, die seine eigene Brillanz mit bemerkenswerter Zuversicht und Klarheit feiert. Ebenso beeindruckend ist Vanessa Dumatey, die Flippy mit unerschöpflicher Energie füllt; deren Verwandlung von einem harmlosen Fisch in einen gefährlichen Cyborg-Bösewicht nach einer Verwechslung mit Fischfutter und Gehirnpunkten eine der unterhaltsamsten Handlungsstränge des Stücks wird. Ihre körperliche Darstellung fängt die zunehmend ausgefallenen Ambitionen der Figur perfekt ein, während sie sich aufmacht, Dog Man zu besiegen.
Eine der größten Stärken der Produktion liegt in Peteys Entscheidung, sich selbst zu klonen und unerwartet Li'l Petey zu erschaffen, ein Kätzchen, dem völlig die boshaften Instinkte seines Vaters fehlen. Rebecca-Jo Roberts ist in der Rolle absolut bezaubernd und liefert eine wundervoll süße Performance voller Wärme und Unschuld. Ihr fröhliches Lied, das das Glück feiert, ist einer der herausragenden Momente des Musicals, das eine außergewöhnliche stimmliche Bandbreite zeigt und gleichzeitig ansteckende Positivität ausstrahlt. Die Beziehung zwischen Li'l Petey und Dog Man wird zum pulsierenden Herzen der Inszenierung und bietet emotionale Tiefe mitten im Comic-Wahnsinn.
Renan Teodoro ist als Dog Man ausgesprochen mitreißend. Obwohl er kein Wort spricht, erschafft er durch ausdrucksstarkes physisches Theater, energische Bewegungen und komödiantisches Timing einen ungemein sympathischen Helden. Seine lange Szene mit dem Polizeichef sorgt für viele Lacher, während seine wachsende Bindung zu Li'l Petey einige rührende Momente bereithält.
Foto-Credit: Mark Senior
Der zweite Akt behandelt Themen wie Erlösung, als Petey langsam beginnt, die Folgen seines egoistischen Verhaltens zu erkennen und versucht, seine zerbrochene Beziehung zu Li'l Petey wiederaufzubauen. Neben einer weiteren wunderbar frechen musikalischen Nummer mit den herrlich boshhaften Evil ABCs erinnert die Produktion ihr Publikum sanft daran, dass Freundschaft, Vergebung und Mitgefühl weitaus mächtiger sind als Rache.
Unter der Regie und Choreografie von Jen Wineman verliert die Produktion nie ihr junges Publikum aus den Augen. Das Tempo bleibt flott, der Humor herrlich albern und die Darbietungen sprühen von Anfang bis Ende vor Begeisterung. Während einige Erwachsene die episodische Erzählweise gelegentlich als Verlust an erzählerischer Tiefe empfinden mögen, bleibt sie dem Geist von Pilkeys Comics treu und fängt konstant die Aufregung ein, die Kinder beim Lesen erleben.
Dog Man: Das Musical ist ein Vergnügen, das sein Publikum niemals unterschätzt. Unter den energiegeladenen Liedern, den farbenfrohen Figuren und den wunderbar absurden Abenteuern liegt eine herzliche Botschaft über Freundlichkeit, Empathie und die Wahl der Freundschaft statt des Konflikts. Es ist ein albernes Familienmusical, das die Vorstellungskraft feiert und Zuschauer jeden Alters daran erinnert, dass ein Held oft damit beginnt, einfach freundlich zu sein.
Dog Man: Das Musical tourt durch Großbritannien bis zum 28. Oktober 2025
Geeignet für Kinder ab 5 Jahren, die Aufführungsdauer beträgt 1 Stunde und 40 Minuten inklusive Pause
Fotocredits: Mark Senior