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Rezension: BBC PROMS: MARVIN GAYE - PRINCE OF SOUL, Royal Albert Hall

Ein Proms-Tribut an den verstorbenen Soulsänger bewies, dass sein Einfluss und Geist weiterleben

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Rezension: BBC PROMS: MARVIN GAYE - PRINCE OF SOUL, Royal Albert Hall

5 stars

Um 19 Uhr am Freitag lösten Waldbrandwarnungen auf Handys im gesamten Vereinigten Königreich Alarm aus – für diejenigen von uns in der Royal Albert Hall diente dies jedoch als Frühwarnsystem für die Hitze, die das BBC Proms Tribut an Marvin Gaye entfachen würde. Unterstützt vom BBC Concert Orchestra und den LJ Singers brachten die versammelten Künstler Luke James, Vula Malinga, CHERISE, Wayne Hernandez und BAELY die Soulmusik auf elf und bescherten jedem im Auditorium einen unvergesslichen Abend.

Warum jetzt ein Marvin Gaye Prom? Dass es 55 Jahre her ist, seit er sein Konzeptalbum What’s Going On veröffentlichte, könnte ein Grund sein. Die Auseinandersetzung mit Krieg, sozialer Ungerechtigkeit, Polizeibrutalität und Umweltzerstörung trifft auch heute noch ins Schwarze, was das Album sowohl aktuell als auch vorausschauend macht. Das Konzert feierte die Dualität Gayes, der gleichermaßen für dieses Album wie für seine große Sammlung von Liebesliedern bekannt ist – sei es durch Duette mit Tammi Terrell (unter anderem) oder seine späteren, provokanteren Hits wie „Let’s Get It On“ und „Sexual Healing“. Marvin Gayes Einfluss ist bis heute spürbar, wie die gastierenden Sänger beim Konzert eindrucksvoll zeigten.

Mit „I Heard It Through the Grapevine“ zu beginnen, war eine mutige Wahl, Luke James setzte die Messlatte für alle folgenden Auftritte ungemein hoch. Seine Stimme trieft geradezu vor Soul und seine charismatische Präsenz war vom Moment seines lautlosen Auftauchens auf der Bühne wie ein Panther für alle sichtbar – seine mühelose Darbietung hinterließ beim Publikum klar den Wunsch nach mehr.

Vula Malinga und Wayne Hernandez

Die verschiedenen Duette, die sich durch den Abend zogen, erwiesen sich ebenfalls als beliebte Momente, insbesondere die Motown-Stilistik von „It Takes Two“ und der Schlussakt des ersten Teils „Ain’t No Mountain High Enough“, wobei Vula Malinga zuerst mit Wayne Hernandez und dann mit BAELY diese musikalischen Höhepunkte voller Freude präsentierte. Ein anderer Doppelakt öffnete den zweiten Teil mit dem sofort erkennbaren Gitarrenriff von „Let’s Get It On“: Luke James verführte zunächst die gesamte Royal Albert Hall, bevor er seine Aufmerksamkeit auf einen Cellisten richtete, der bereitwillig auf seine musikalischen Annäherungsversuche einging.

CHERISE und Wayne Hernandez traten häufig zusammen auf und zeigten dabei eine natürliche Chemie, während ihre Stimmen wunderschön harmonierten; „Ain’t Nothing Like The Real Thing“ war wohl ihr stärkster Moment in diesem historischen Auditorium. Neben den Duetten glänzte Vula Malinga mit ihrem perfekten Vortrag von „Mercy, Mercy Me (The Ecology)“ – und BAELYs sanfte Interpretation von „Sunny“ fügte sich als weiterer unvergesslicher Moment in die Reihe ein.

Nachdem er mit „After The Dance“ das gesamte Haus zum Aufstehen gebracht hatte, kehrte Luke James für eine beliebte Zugabe zurück und präsentierte eine erweiterte Version von „Sexual Healing“. Das Ende des Stücks gemeinsam mit den LJ Singers schien ihn nur noch weiter anzuspornen, denn er gab anschließend eine kurze a cappella-Wiederholung – sehr zur Freude des Publikums und zum Amüsement des Orchesters.

Luke James

Dirigent Edwin Outwater hatte ebenfalls ein unvergessliches Ereignis für das Publikum vorbereitet, als er bekannt gab, dass das Orchester „mit der Stimme von Marvin selbst mitwirken“ würde – bei einer Aufführung von „Distant Lover“. Dank der Erlaubnis von Gayes Familie. „Es mag aus der Ferne sein, aber wir wissen, dass er heute Abend bei uns ist.“

Das Konzert endete mit „You’re All I Need to Get By“, wobei alle gastierenden Künstler gemeinsam auf der Bühne standen und das Publikum als riesigen Chor einbezogen wurde – ein inspirierter Schachzug. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit im Raum erreichte in diesem Moment seinen Höhepunkt und entließ das Publikum mit einem freudigen Schritt und einer Melodie im Kopf nach Hause. Einige dieser Songs bei den Proms zu hören, fühlte sich wie ein kultureller Neustart an – mögen solche Anlässe noch lange weiterbestehen.

Die BBC Proms laufen in der Royal Albert Hall bis zum 12. September

Foto-Credit: Andy Paradise



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