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Was bedeutet Heimat für Sie? Ist es der Ort, die Menschen, das Mauerwerk? Liz Richardsons autobiografisches Ein-Personen-Stück wirft einen behutsamen Blick darauf, was der Begriff Heimat für die eigene Identität bedeutet und wie die Umgebung der Kindheit das spätere Leben beeinflussen kann.
Als Teenagerin wollte Liz unbedingt aus der westkumbrischen Stadt weg, in der sie aufwuchs. Nun, als Mutter einer zwölfjährigen Tochter, verkaufen ihre Eltern ihr Elternhaus. Sie reist in den Norden, um Kartons zu sortieren, und blickt mit einer neuen Perspektive auf ihre Kindheit und ihr Zugehörigkeitsgefühl zurück. Mit dem Verstreichen der Zeit – gehörte sie jemals dazu?
Richardsons Geschichte ist fest in den alltäglichen häuslichen Bereich verwurzelt. Es gibt Lesungen aus dem Teenager-Tagebuch, Geschichten über einen Unfall mit Plastik-Hähnchenfilets, die sie auf einer Party in ihren BH gestopft hatte, und die Nachstellung einer Tanzroutine, die sie mit Freunden ausgedacht hatte. Richardson ist eine sympathische Figur und Darstellerin, die viel Blickkontakt mit dem Publikum hält, als suche sie Bestätigung und Ermutigung.
Das Bühnenbild von Lizzy Leech zeigt das unvermeidlich leicht chaotische Teenager-Schlafzimmer mit liebevollen Details wie einem Stapel alter National Geographic Magazine, einer im Eck leuchtenden Faseroptik-Lampe und einem Flickenteppich aus Wandbehängen und Teppichen auf dem Boden. Es wirkt gemütlich, vertraut und warm – ein Thema, das sich durch das gesamte Stück zieht.
Die Schwächen des Stücks liegen in Aktion und Tempo. Richardson verbringt den Großteil des ersten Abschnitts damit, langsam hin und her über die winzige Fläche des Finborough zu gehen. Ihre Beschreibungen der Sommersprossen ihrer Tochter, die inneren Debatten darüber, ob sie den genauen Ort ihrer Herkunft nennen soll, und ihre Neigung, Geschichten auszuschmücken, werden zwar ansprechend vorgetragen, bleiben aber inhaltlich eher banal und erinnern eher an einen Vortrag als an ein Theaterstück. Der zweite Teil verbessert dies, indem er clever Videos von TripleDotMakers auf die Rückwand projiziert, die den Blick aus einem fahrenden Zugfenster, die Einkaufsstraße der Heimatstadt und die ländliche Landschaft zeigen und so ein Gefühl für den Ort vermitteln.
Liz trifft alte Schulbekannte, als versuche sie, ihren Platz an einem Ort oder in etwas zu finden. Sie gräbt in ihren Teenagererfahrungen, Tagebüchern und Gesprächen, um die Frage zu erforschen: Wo gehörst du hin? Sie denkt über das Gefühl von Sicherheit im Elternhaus nach und wie Herkunft einen Menschen bestätigt. Dies sind faszinierende und universelle Fragen, doch die Handlung wirkt ziellos, und man hat nie das Gefühl, dass Richardson tief genug geht, um ausreichend Spannung zu erzeugen und so wirklich zu fesseln. Es bleibt alles ziemlich sicher. Der dramatische Höhepunkt des Stücks ist willkommen und funktioniert gut, aber nur, weil der Aufbau so lang war. Das Ende, obwohl von Herzen kommend, neigt stark zur Sentimentalität.
Richardson ist eine fesselnde Darstellerin, und es ist klar, dass dies ein sehr persönliches Stück ist. Für viele wird es nachdenkliche Fragen über Familie, Heimat und das Entstehen von Zugehörigkeit aufwerfen, doch andere wünschen sich möglicherweise eine Produktion mit mehr Biss.
Local läuft im Finborough Theatre bis zum 1. August