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Die Saison 26/27 des Royal Ballet begann im Linbury Theatre mit einem Stück für Steven McRae.
McRae trat 2004 dem Royal Ballet bei und wurde fünf Jahre später Principal. Er tanzte alles mit technischer Brillanz und Eleganz. Seine spätere Karriere war von (ernsten) Verletzungen geprägt ... doch gezeigt hat McRae nie, besiegt zu sein. Sein Mantra lässt sich mit dem von ihm übernommenen Hashtag zusammenfassen: #anythingispossible
Er bringt eine interessante Idee ins Linbury in Form von The McRae / Vassilev Project. Es ist ein Abend in zwei Teilen und zeigt außerdem Sarah Lamb und die Musikerin Pamela Tan Nicholson.
McRae war in der Dokumentation Resilient Man (2024) zu sehen, die ich nicht gesehen habe, die sein bisheriges Leben mit Verletzungen und allem dokumentiert. Der erste Teil von The McRae / Vassilev Project ist ähnlich aufgebaut. Wir befinden uns in einem Docudrama, in dem sowohl McRae als auch Vassilev (Vasko Vassilev; Wunderkind und seit 1993 Konzertmeister beim Royal Ballet and Opera) uns durch ihre Kindheit und künstlerischen Herausforderungen führen. Das ist natürlich interessant, beinhaltet historisches Filmmaterial, fehlt aber insgesamt an schauspielerischer Präsenz. Keiner von beiden ist ein natürlicher Schauspieler ... sodass die Umsetzung der Inhalte manchmal hölzern wirkt und es an einem fließenden Ablauf mangelt.
Auch Lamb und Nicholson sind zu sehen. Nicholson wirbelt am Flügel, Lamb bringt Klarheit und Eleganz in die akzeptable, aber unspektakuläre Choreografie von Loughlan Prior.
Die zweite Hälfte ist eine Show im Stück. Paganini steht im Mittelpunkt, und wir sehen vier Versionen des Meisters: Pianist, Violinist, Stepptanz-Virtuose und Ballerina. Hardcore-McRae-Fans werden begeistert sein, und obwohl ich Respekt vor ihm habe, fiel es mir schwer. Ausgedehnte Stepptanz-Soli mit einer auffälligen Perücke sind voller Können, wirken im Moment aber etwas eintönig. Vassilev spielte Mosè Fantasy nur auf einer einzigen Saite, was den Geist verwirrte.
Insgesamt ist es eine originelle Produktion – inszeniert von Natalie Abrahami – die Anerkennung verdient. Doch das Werk muss noch an Gewicht, Fluss und inspirierenderem choreografischem Inhalt gewinnen. Tanz ist eine komplizierte Karriere, und McRae durchlebt weiterhin eine Achterbahnfahrt. Seine Beharrlichkeit ist legendär, und wir alle freuen uns auf seine nächste Hauptrolle auf der großen Bühne des Royal Ballet and Opera.
The McRae / Vassilev Project läuft noch bis zum 19. September im Linbury Theatre, Royal Ballet and Opera.
Image credit: ©2026 Max Miechowski