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Review: PRETTY WOMAN at Metropol Theater BREMEN

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Review: PRETTY WOMAN at Metropol Theater BREMEN

Ich bin mit einer gewissen Skepsis in die Premiere von „Pretty Woman – Das Musical“ im Metropol Theater Bremen gegangen. Meine Erinnerung an die Hamburger Premiere 2019 war alles andere als gut: keine echte Chemie zwischen den Hauptfiguren, wenig Verbindung zum Publikum und eine Inszenierung, die sich eher wie eine lose Musikrevue anfühlte als wie eine erzählte Geschichte.

Umso interessanter, wie sehr sich mein Eindruck diesmal gedreht hat. Die aktuelle Produktion wirkt deutlich fokussierter. Die Beziehung zwischen Vivian und Edward hat endlich Gewicht, die Figuren sind greifbarer, lebendiger – und vor allem: man nimmt ihnen das Spiel miteinander ab. Dadurch bekommt das Stück erstmals so etwas wie ein emotionales Zentrum.

Auch inszenatorisch ist das ein klarer Schritt nach vorn. Statt einer Aneinanderreihung von Nummern entsteht ein echter Flow. Szenen bauen aufeinander auf, Übergänge fühlen sich organisch an, und das Musical wirkt insgesamt wie aus einem Guss. Genau das hat mir damals komplett gefehlt.

Mein persönlicher Höhepunkt ist der Song „On a Night Like Tonight“ – allein schon, weil er mit seiner Energie und Rhythmik meine Tangofaszination perfekt trifft und auf der Bühne eine ganz eigene Dynamik entfaltet.

Ein großes Lob geht außerdem an die Vivienne-Darstellerin Sofie De Schryver, die der Rolle genau den richtigen Ton verleiht – eine Mischung aus Stärke, Charme und einem, wie ich es nennen würde, „kumpelhaften Erotizismus“ (Eigenkreation). Dadurch bekommt die Figur eine angenehme Bodenständigkeit, ohne an Ausstrahlung zu verlieren.

Grundsätzlich bleibe ich aber bei meiner Frage: Warum diese Welle an 90er-Adaptionen? „Pretty Woman“, „The Bodyguard“, „Ghost“ – klar, Nostalgie zieht. Aber sie ersetzt keine Dramaturgie. Und viele dieser Stoffe kämpfen genau damit: Sie verlassen sich zu sehr auf Bekanntheit und zu wenig auf eine eigenständige Bühnenlogik.

Gerade deshalb ist diese Bremer Version ein gutes Beispiel dafür, wie es besser gehen kann. Sie nimmt den Stoff ernst, entwickelt ihn weiter und findet eine klarere Form. Kein radikaler Neuentwurf, aber eine spürbare Reifung.

Unterm Strich: Ich bin immer noch kein Fan des Ausgangsfilms – aber diese Inszenierung hat mich deutlich mehr überzeugt, als ich erwartet hätte. Und allein das ist schon eine kleine Leistung.

https://limelight-live.de/produktionen/pretty-woman/show

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