Review: FALCO MEETS AMADEUS at Metropol Theater BREMEN
Ein Falco-Abend sollte knistern. Er sollte überraschen, reiben, vielleicht sogar kurz irritieren – aber immer mit einer klaren inneren Linie. Genau daran scheitert „Falco meets Amadeus“ im Metropol Theater Bremen schon in den ersten Minuten.
Der Einstieg wirkt erstaunlich holprig. Statt einen Ton zu setzen, stellt sich schnell die Frage: Wohin soll das alles führen? Besonders eine frühe Szene sorgt eher für Stirnrunzeln als für Neugier – plötzlich tauchen Figuren wie Elvis oder die Blues Brothers auf, inszeniert als „verstorbene Ikonen“. Ein irritierender Moment, der weder dramaturgisch vorbereitet noch wirklich zu Ende gedacht ist. Dass dabei ausgerechnet die Blues Brothers-Konstellation halb aufgelöst wird, verstärkt das Gefühl von Beliebigkeit statt Konzept.
Dabei bringt der Hauptdarsteller handwerklich vieles mit: Stimme, Attitüde, Timing – alles sitzt. Und doch entsteht eine Distanz. Der sichtbar größere Altersunterschied zu Falco nimmt der Figur etwas von jener fragilem Glamour, der Falco ausmachte. Es bleibt eine sehr gute Interpretation, aber selten ein wirkliches Eintauchen.
Die Inszenierung versucht, eine Geschichte zu erzählen, verliert sich dabei jedoch immer wieder in bizarren Momenten, die eher an einen surrealen Trip erinnern als an eine klare Dramaturgie. Man fühlt sich stellenweise wie in einem Film von David Lynch – nur ohne dessen präzise Absicht dahinter.
Musikalisch funktioniert vieles solide. Die Songs sind sauber eingebettet, wirken nicht einfach aneinandergereiht. Und trotzdem bleibt ein entscheidender Funke aus. Gerade bei „Vienna Calling“ – einem Song, der eigentlich Gänsehaut garantieren müsste – stellt sich diese nicht ein. Es fehlt der Zauber, der Moment, in dem Bühne und Publikum wirklich eins werden.
Auch visuell bleibt die Produktion überraschend zurückhaltend. Wenig bleibt hängen, vieles wirkt funktional statt ikonisch. Die zweite Hälfte schließlich verliert zusätzlich an Spannung und zieht sich merklich, ohne neue Impulse zu setzen.
Unterm Strich ist „Falco meets Amadeus“ kein Totalausfall, aber ein Abend, der deutlich hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Vieles ist ordentlich gemacht, manches sogar stark gespielt – doch das Gesamtbild wirkt zu oft unentschlossen. Für Fans der Musik ein netter Nostalgietrip. Für alle, die sich eine echte Auseinandersetzung mit Falco erhoffen, bleibt ein schaler Nachgeschmack.
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