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Review: NEXT TO NORMAL at Oldenburgisches Staatstheater

A powerful and intimate production of NEXT TO NORMAL delivers emotional depth at Oldenburgisches Staatstheater.

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Review: NEXT TO NORMAL at Oldenburgisches Staatstheater

Manchmal verlässt man ein Musical und denkt: gut unterhalten.
Und manchmal verlässt man es – leicht erschüttert.

Next to Normal im Oldenburgischen Staatstheater gehört definitiv zur zweiten Kategorie.

Für mich war es zugleich ein doppelter Erstkontakt: das erste Mal dieses Stück live – und das erste Mal im Oldenburgischen Staatstheater. Und genau dieser Raum hat mich sofort überrascht. Trotz seiner opulenten, fast klassischen Inneneinrichtung hat der Theatersaal etwas Unerwartetes: Intimität.
Vielleicht lag es auch an der Inszenierung, an dieser Familie, die so nah an uns heranrückt. Aber ich hatte durchgehend das Gefühl, nicht Zuschauer zu sein, sondern mitten im emotionalen Zentrum dieser Geschichte zu sitzen.

Und genau das ist entscheidend für dieses Stück.

Denn Next to Normal ist kein Musical, das auf Distanz funktioniert. Es lebt davon, dass man die Brüche, die Verzweiflung und die verzweifelten Versuche von Normalität fast körperlich miterlebt. Die Geschichte der Familie Goodman ist kein klassisches Drama – sie ist ein permanenter Ausnahmezustand zwischen Realität, Erinnerung und Selbstschutz.

Die Besetzung trägt diesen Abend auf beeindruckende Weise.
Allen voran Femke Soetenga als Diana, die das Stück nicht nur spielt, sondern durchlebt. Sie ist das Zentrum, der emotionale Motor – und jede Szene mit ihr hat eine Wucht, die lange nachhallt.

Doch auch Gerd Achilles als Dan überzeugt in einer Rolle, die auf dem Papier fast undankbar wirkt: der Mann, der versucht, Normalität aufrechtzuerhalten, während längst alles zerbricht. Gerade durch seine Stimme gewinnt diese Figur eine Präsenz, die den Raum füllt – und die Tragik dahinter umso deutlicher macht.

Überhaupt funktioniert das Ensemble als Familie erstaunlich präzise. Es gibt keine falschen Töne im Zusammenspiel – nur Reibung, Spannung und Momente, die unangenehm nah gehen.

Die Inszenierung selbst erlaubt sich an manchen Stellen eine gewisse Überzeichnung. Nicht jeder Moment braucht diese zusätzliche emotionale Verstärkung. Aber gleichzeitig passt genau diese Überwältigung auch zum Stoff. Dieses Stück will nicht subtil sein – es will treffen.

Musikalisch bewegt sich der Abend zwischen fragilen, fast zerbrechlichen Momenten und kraftvollen Ausbrüchen. Und genau darin liegt seine Stärke: Die Musik ist hier kein Selbstzweck, sondern Ausdruck innerer Zustände.

Fazit:
Ein intensiver, fordernder und überraschend intimer Theaterabend – getragen von einer herausragenden Hauptdarstellerin und einem starken Ensemble. Kein Musical zum Zurücklehnen, sondern eines, das einen nah heranholt und nicht mehr so schnell loslässt.

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