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Review: ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT - DAS MUSICAL at Stage Operettenhaus

Man reist nicht wirklich zurück in die Zukunft. Aber ziemlich nah dran.

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Review: ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT - DAS MUSICAL at Stage Operettenhaus

Es gibt diese wenigen Filme, die sich nicht einfach schauen lassen, sondern sich ins Leben einbrennen. Zurück in die Zukunft ist für mich genau so ein Film. Seit 1985. Immer wieder. Immer gleich gut. Vielleicht sogar jedes Mal besser.

Und genau deshalb ist so ein Abend in Hamburg kein normaler Theaterbesuch. Es ist ein Wiedersehen.

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Schon bevor überhaupt etwas passiert, reicht ein Detail: dieses rot-orange leuchtende Logo. Ein kurzer Moment und plötzlich ist alles wieder da. Die Musik im Kopf, die Bilder, dieses Gefühl von Abenteuer. Gänsehaut, noch bevor der erste Satz gesprochen ist.

Ich hatte die Show bereits 2022 in London gesehen. Deshalb war vieles vertraut. Die Struktur, die großen Momente, das Timing. Und trotzdem passiert etwas Interessantes: Man schaut anders. Weniger überrascht, dafür bewusster. Fast wie beim wiederholten Anschauen des Films selbst.

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Und dann kommt der Moment mit dem DeLorean.

Obwohl ich wusste, was passieren wird - oder vielleicht gerade deshalb - hat es mich komplett erwischt. Weil ich vergessen hatte, wann es passiert. Und genau das ist die große Stärke dieser Inszenierung: Sie schafft es, selbst bekannte Effekte wieder wie Magie wirken zu lassen.

Technisch ist das Musical ohnehin eine Wucht. Projektionen, Bühnenbild, Übergänge – alles greift sauber ineinander. Das wirkt nicht wie eine Show, die sich erst noch finden muss, sondern erstaunlich rund. Tatsächlich sogar runder als bei meinem ersten Besuch in London.

Das Ensemble trägt diesen Eindruck. Vor allem Marty und Doc Brown sind stark besetzt, nicht als Kopien der Filmfiguren, sondern als eigene Interpretationen. Das ist eine kluge Entscheidung. Denn alles andere würde zwangsläufig verlieren. So entsteht etwas Eigenständiges, das den Figuren trotzdem gerecht wird.

Musikalisch bleibt ein kleiner Abstand. Die Songs funktionieren, treiben die Handlung voran, aber echte Ohrwürmer bleiben rar. Eine Ausnahme: Doc Browns „Es funktioniert“. Ein Moment, der hängen bleibt – vielleicht auch, weil er genau den Kern dieser Geschichte trifft.

Spannender ist die Frage der Sprache. Die deutsche Fassung macht vieles zugänglicher, klarer, manchmal auch direkter. Aber gerade bei den Gags merkt man den Unterschied. Es gibt immer wieder diese Sekunden, in denen man denkt: Auf Englisch hätte die Pointe noch besser gezündet. Kein Dealbreaker, aber spürbar.

Und dann ist da noch diese kleine, persönliche Fußnote des Abends: Als großer Fan von Robert Zemeckis hätte ich ihn natürlich gern vor Ort erlebt. Bei meiner Vorstellung war „nur“ Co-Creator Bob Gale da – was schon besonders genug ist. Zu wissen, dass Zemeckis einen Tag später tatsächlich da war, ist dann so ein klassischer Back to the Future-Moment: falscher Zeitpunkt, falsche Timeline.

Am Ende bleibt ein Musical, das genau weiß, was es ist. Keine Neuerfindung, keine radikale Interpretation. Sondern eine technisch beeindruckende, sehr respektvolle Adaption eines Films, der für viele mehr ist als nur Unterhaltung.

Fazit:
Für mich kein Ersatz für das Original – aber ein Erlebnis, das zeigt, wie stark diese Geschichte auch auf der Bühne funktioniert. Und vor allem: wie sehr sie bis heute wirkt.

Oder anders gesagt:
Man reist nicht wirklich zurück in die Zukunft. Aber ziemlich nah dran.

 

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