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Richard Strauss' „Eine Alpensinfonie“, mit seinem Blechbläserensemble außerhalb der Bühne und der aufsteigenden Dissonanz, ist das Hauptereignis dieses Proms-Konzerts des London Philharmonic Orchestra. Das Thema des Abends ist „die große Natur“, mit dem Klang von Vogelgesang, dem Wind in den Bäumen und dem Staunen über die natürliche Welt.
Wir beginnen mit Kristine Tjøgersens „Between Trees“ – ein bemerkenswertes und herausforderndes Stück, das zahlreiche Schlaginstrumente sowie Tricks über Holzbläser-, Blechbläser- und Streichersektionen einsetzt, um den nordischen Wald zum Leben zu erwecken. Es war faszinierend, jede neue Anpassung bekannter Instrumente zu beobachten.
Darauf folgt ein Auftritt der Sopranistin Louise Alder, die beim Last Night of the Proms 2025 glänzte und eine Auswahl aus Joseph Canteloubes „Lieder der Auvergne“ präsentierte. Diese wurden zwischen 1923 und 1955 geschrieben und spiegeln ein langanhaltendes Interesse an den Volksliedern der Region wider.
Gesungen in Auvergnat, einem Dialekt des Okzitanischen, sind diese Lieder pastoral im Thema und tief melodisch. Das „Baïlèro“ ist möglicherweise das bekannteste, doch alle bieten der Holzbläsersektion eine gewisse Verspieltheit und Experimentierfreude. Alders elegischer Umgang mit den fantasievollen Passagen und tiefen Emotionen macht diese Rückkehr der Lieder zu einer willkommene Erfahrung, die bereits 2001 beim Last Night-Programm nach 9/11 eindrucksvoll dargeboten wurde.
Nach der Pause ist es Zeit, sich mit dem Strauss-Tonbild „Eine Alpensinfonie“ zu beschäftigen. Dieses lebendige Werk verlangt ein enormes Engagement des Orchesters über 22 zusammenhängende Abschnitte – üppig, magisch, aufregend und fesselnd. Die durch das Stück hervorgerufenen visuellen Bilder sind eindrucksvoll, während wir durch die Alpen steigen, vom Fuß über den Gipfel und wieder hinab.
Mit Harfe, Orgel, Tuba, Posaune, Cello und Oboe, die jeweils zur Szenerie beitragen, fängt das Orchester unter der konzentrierten Energie von Edward Gardner die langsame Komplexität des Aufstiegs sowie die unvorhersehbaren Einflüsse von Sturm und Nebel ein.
„Eine Alpensinfonie“ mag im Vergleich zu einigen bombastischeren Werken Strauss’ untypisch erscheinen, doch ihre Popularität im 21. Jahrhundert ist gewachsen und hat sie zu einem Kernstück des Repertoires gemacht. Die LPO spielte sie letztes Jahr in London unter Gardner; ich hatte das Privileg, bei einer Nachmittagsprobe des Werks dabei zu sein und die Sorgfalt und das handwerkliche Können zu erleben, mit der dieses Ensemble die Komposition und Aufführung angeht.
Ein Konzert, das alle Elemente von Alt und Neu, Innen und Außen zusammenbringt, hinterließ ein Publikum, das begeistert Nachschlag verlangte.
Die Proms gehen in der Royal Albert Hall bis zum 12. September weiter