Verfügbare Sprachen
Das John F. Kennedy Center for the Performing Arts könnte sein Hauptgebäude bereits am Dienstag, den 15. September, schließen, wie aus Dokumenten die The Washington Post erhalten hat, hervorgeht.
Dem Post zufolge enthält ein 57-seitiges Dossier, das den Vorstandsmitgliedern des Centers vor einem Sondertreffen am Dienstag zugesandt wurde, zwei Beschlussvorschläge. Der erste betrifft die Finanzen des Centers, wobei die Verantwortlichen warnen, dass die Einrichtung möglicherweise innerhalb von Wochen nicht mehr in der Lage sein könnte, Gehälter zu zahlen oder Routine-Wartungsverträge zu erfüllen. Der zweite würde das Hauptgebäude aus Sicherheitsgründen sofort schließen.
Die finanzielle Resolution knüpft eine Rettung an die öffentliche Anerkennung von Präsident Donald Trump, der sich letztes Jahr selbst zum Vorsitzenden eingesetzt hat. Laut Post bietet Trump an, die zur Vermeidung einer Insolvenz während der geplanten Renovierung benötigten Mittel aufzubringen, wird dies jedoch vermutlich nur mit angemessener Anerkennung seiner Rolle tun. Die Treuhänder werden gebeten, sich aus 10 möglichen Inschriften für die Außenfassade des Gebäudes zu entscheiden, von denen eine auf einen "Trump Kennedy Center Fund" verweist.
Der Vorschlag folgt auf eine Abstimmung des Vorstands vor weniger als einem Monat, Trumps Namen an der Fassade anzubringen. Der US-Bezirksrichter Christopher Cooper, der im Mai entschied, dass nur der Kongress das Center umbenennen kann und die Entfernung des Namens anordnete, prüft eine Anfechtung dieses früheren Plans.
Die Post berichtet zudem, dass sich die finanzielle Lage des Centers seit der ersten Anbringung von Trumps Namen am Gebäude im Dezember verschlechtert hat. Bis Mai rechneten die Verantwortlichen mit etwa 124 Millionen Dollar Einnahmen bei einem Budget von 220 Millionen Dollar, was selbst nach Ausgabenkürzungen ein geschätztes Defizit von 23 Millionen Dollar hinterließ.
Zur Sicherheit erklärte Geschäftsführer Matt Floca den Treuhändern, dass während eines Sturms am 4. September im Grand Foyer ein Teil des Deckenstucks etwa 60 Fuß gefallen sei, ohne Verletzte. Inspektoren entdeckten weitere Wasserschäden im Gebäude, und Ingenieure fanden bisher bei Dutzenden der untersuchten äußeren Dachüberhangplatten erhebliche strukturelle Korrosionsschäden. Ein Entwurf des Beschlusses beschreibt das Gebäude als unsicher für die weitere Nutzung.
Trump hatte im Februar erstmals eine zweijährige Schließung vorgeschlagen. Der Vorstand stimmte dem im März zu, Cooper blockierte sie im Mai, und die Treuhänder genehmigten sie erneut am 13. August als Teil einer etwa 250-Millionen-Dollar-Renovierung. Der Beschluss am Dienstag würde die Schließung auf sofort vorziehen.