Verfügbare Sprachen
Zuerst sollte ich mich wohl vorstellen.
Mein Name ist Tosh Wanogho-Maud, und ich spiele Lola montags und vielleicht auch zu anderen Zeiten, die die Umstände erlauben, in der brandneuen Produktion des mit Olivier-, Tony- und Grammy ausgezeichneten Kinky Boots The Musical.
So ist das Leben eines Alternates im West End, etwas, das ich tatsächlich noch nie versucht habe. Der Beginn meiner Karriere war geprägt von vielen Einsätzen als Erstbesetzung für Hauptrollen, während ich allabendlich meine eigene Ensemble-Rolle aufgeführt habe, bis ich Hauptrollen im West End spielte, und seitdem habe ich einen Großteil meiner Karriere damit verbracht.
„Warum also die Notwendigkeit eines Alternates?“ höre ich einige von Ihnen fragen. Nun, die Antwort ist ganz einfach. Langlebigkeit. Sowohl für die Show als auch für den Darsteller!
Moderne Musicals sind so geschrieben, dass von den Darstellern immer mehr gesanglich, emotional und körperlich gefordert wird. Acht Shows pro Woche. Manchmal zweimal täglich.
Foto-credit: Matt Crockett
Ich werde euch nicht mit der Wissenschaft langweilen, aber die menschlichen Stimmbänder sind nicht größer als die Nagelhaut des Fingernagels, und um einige der Töne zu treffen, die viele der Rollen erfordern, müssen diese kleinen Dinger schneller schlagen als das Herz eines Sängers.
Kurz gesagt, eine Show aufrechtzuerhalten ist schwer, und einige Rollen sind schwerer zu halten als andere. Lola ist eine von diesen Rollen. Sie ist ein BIest. Volles Tanzen in hohen Absätzen, schwebende Gesangsparts und verlässt die Bühne nur, um ein anderes Kleid anzuziehen. Es ist VIEL für eine Person.
Und so kommt der Alternate ins Spiel. Der Alternate nimmt etwas Druck von der Person, die die Rolle den Großteil der Woche spielt, und gibt ihr die Chance zur Erholung. Und das ist das Schlüsselwort: Erholung.
Jeden Abend eine Show zu spielen, ist wie ein Marathon...jeden Tag...für zwei Stunden. Kannst du dir das vorstellen? Das ist so viel Stress für den Körper, und das auf zwei Darsteller zu verteilen, macht nicht nur logistisch Sinn, sondern im Hinblick auf das Wohlbefinden des Darstellers ist es einfach eine klare Sache!
Foto-credit: Johan Perrson
Außerdem sollte ich erwähnen, dass zwei Darsteller zwei verschiedene Zielgruppen ansprechen können. Vielleicht ist der eine ein Fernsehstar und der andere ein Musicaltheater-Star... (zwinker, zwinker). Plötzlich zieht man aus Produzentensicht mit ZWEI Darstellern eine größere Fangemeinde an, und da auf die Kassen der Druck wächst, die Zahlen von vor Covid zu erzielen, ist dies etwas, auf das Produktionen nicht verzichten sollten.
Da von den Darstellern sowohl auf der Bühne als auch außerhalb immer mehr gefordert wird, denke ich, dass wir mehr Jobsharing sehen werden, und dafür bin ich absolut zu haben.
Seien wir ehrlich…
Zwei Lolas sind so viel besser als eine!
Kinky Boots ist bis zum 11. Juli im London Coliseum zu sehen