Carlos Acostas Lieblingsballett voller spanischem Sonnenschein und Slapstick-Humor ist eine sehr alberne Geschichte. Aber mit einem Publikum, das sich trotz U-Bahn-Streikmiseren auf den Weg gemacht hat, ist
Das BRB tourt seit Februar mit Acostas Produktion durch das Land, und das merkt man an der selbstbewussten Präsentation der Kompanie. Eine willkommene Abwechslung zu den häufig gesehenen Nussknackern und Schwanenseen, Don Q steckt voller tänzerischer Inhalte und choreografischer Herausforderungen von Anfang an. Es ist ein gehaltvolles Ballett in voller Länge, das mitunter ein wenig aufgebläht wirkt, bei den Eskapaden der Titelcharaktere und seiner Begleiter, aber mit Tim Haleys hübschem Bühnenbild und den effektiven Videodesigns von Nina Dunn ist das leicht zu verzeihen.
Natürlich ist Don Quixote selbst (Rory Mackay) eigentlich nur eine Hintergrundfigur, auf einer etwas ermüdenden Mission, Dulcinea zu finden, die Frau seiner Vision in einer kurz gesehenen Eröffnungsvignette. Dieses Unterfangen führt uns in die spanische Sonne, wo Kitri auf Basilio trifft.
Die erfahrene Primaballerina Momoko Hirata ist eine elegante und raffinierte Kitri. Die weibliche Protagonistin wird oft als sexy und schelmisch dargestellt, aber Hiratas Version ist warm und charmant, mit ebenso viel Genuss. In Kombination mit Mathias Dingmans charismatischem Basilio sind sie ein ausgezeichnetes Paar, das in den geschäftigen Massenszenen Flair und Spontaneität zeigen und eine unbeschwerte Chemie teilen kann. Am allerbesten ist, dass sie alle choreografischen Feuerwerke mit Bravour und Leichtigkeit liefern können. Man kann sich während Kitris berühmter Sprünge en pointe völlig entspannen; Hiratas Oberkörper ist voll von Süße und Leichtigkeit, aber ihre Technik ist stählern und es gibt keine Gefahr. Dingman hat einen athletischen Sprung und ist am beeindruckendsten bei den einarmigen Presage-Heben, die keine Probleme darstellen.
Im zweiten Akt wechselt die Handlung auf die schattige Umgebung der Zigeunerlager mit seinen offenen Feuern und Mysterien. Acosta hat hier mehr eigene Choreografie eingefügt und die fließt gut; die schwarzen, purpurnen und roten Röcke der Zigeunerinnen wirbeln eindrucksvoll.
Vielleicht der Höhepunkt des Abends ist der Übergang zur glitzernden Dryadenszene. Tänzerinnen in glitzernden silbernen Tutus füllen sanft die Bühne, mit Céline Gittens, die als ihre gelassene Königin königliche Autorität ausstrahlt. Ihr Tanzen ist ruhig und kontrolliert in dieser visuell reichen und opulenten Szene. Nicht zu vergessen Tzu-Chao Chou, der als frecher Amour voller Energie steckt, mit einem frechen Grinsen und einem luftigen Sprung. Sein Necken eines schlafenden Don Quixote fügt diesem dekorativen Divertissement etwas Humor hinzu.
Die Rückkehr zum Marktplatz beendet die Geschichte. Kitris Vater, Lorenzo (Jonathan Payn), wünscht sich immer noch, dass seine Tochter Gamache (Rafael Bejarano Vidal), einen reichen Adeligen und wandelndes Abbild, heiratet. Glücklicherweise schmieden die Liebenden einen Plan und alles kommt zum Guten, sodass die traumhafte Hochzeitsszene und das häufige Gala-Vergnügen endlich stattfinden können.
Aufsehenerregend war auch Yaoqian Shangs feurige Mercedes, eine dynamische Tänzerin, die dem Straßentänzer eine selbstbewusste und würzige Note verleiht (ich bin sicher, sie macht auch eine feine Kitri). Max Maslen ist ihr vollendeter Matadorpartner. Beeindruckend sind auch Olivia Chang-Clarke und Katherine Ochoa, die eine gut abgestimmte und sauber getanzte Darstellung der Freunde Kitris gaben.
Die Tänzer des BRB sind in hervorragender Form, mit Talent in seinen Reihen, und Acostas farbenfroher Don Quixote leistet gute Arbeit, sie zu präsentieren. Der Jubel der Hochzeitsszene, in der alle Nebenhandlungen und Charaktere zusammenkommen, um das Paar zu feiern, ist ein zufriedenstellender und freudiger Abschluss. Obwohl lang, ist es immer noch ein erhebender und lohnender Abend.
Bildnachweis: Johan Persson
Don Quixote läuft im Sadler's Wells bis zum 25. April