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Rezension: PETER GRIMES, Royal Ballet And Opera

Deborah Warners Inszenierung kehrt ins Royal Opera House zurück

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Rezension: PETER GRIMES, Royal Ballet And Opera

4 SternePeter Grimes basiert auf der Dualität zwischen dem Chor und Grimes als Einzelperson. Auf der einen Seite das Spektakel des Mobs, der vor Wut gekocht und brodelnd auf der Hexenjagd nach Grimes ist, und auf der anderen Seite der einsame Fischer Grimes selbst, dessen psychischer Zusammenbruch nach einer zutiefst intimen Darbietung verlangt. Kann Deborah Warners Inszenierung von 2022, die im Royal Opera House wiederbelebt wurde, dieses Gleichgewicht wiederentdecken, das bei der ersten Aufführung elektrisierte?

Die Antwort ist ein durchdringendes Ja. Warner legt Grimes' psychische Qualen mit unerschütterlicher Klarheit offen. Die Eröffnungsszene im Gericht wird zu einem Albtraum, der Chor wirbelt um Grimes und verfolgt ihn wie ein geisterhaftes Schwarm von dämonischen Fischen. Darüber schwebt sein ertrunkener Lehrling, neu interpretiert von einem Luftakrobaten, der sanft von den Balken hängt und wie ein Gespenst am Rand von Grimes' Sicht tanzt. Dirigent Jakub Hrůša findet dasselbe Gleichgewicht in Brittens Intermezzi und zieht Momente schmerzhafter, lyrischer Schönheit hervor, bevor die Musik dunkler wird und sich in etwas insgesamt Bedrohlicheres verwandelt. Der Ozean als Trost und als Bedrohung, manchmal in demselben Atemzug.

Peter Grimes ist ein einsamer Fischer, der von seinem Dorf nach dem unabsichtlichen Tod seines jungen Lehrlings verfolgt wird. Allan Claytons Darbietung blutet viszerale Melancholie, seine Stimme ist zugleich scharf und emotional roh, stets verankert in der zerbrochenen Psyche seines Charakters. Was es wirklich bemerkenswert macht, ist, wie Clayton das Dunkle und das Licht hält. Unter Grimes' Paranoia und Schuld brennt noch ein Flimmern der Hoffnung auf Erlösung in seinen Gefühlen für Ellen Orford, eine verwitwete Lehrerin. „Ich werde Ellen heiraten“, wiederholt er immer wieder zu sich selbst, wobei jedes Mal die Verzerrung zunimmt, während die Hoffnung schwindet.

Sir Bryn Terfels Balstrode ist eine ganz andere Art von Kraft. Seine Stimme trägt die tiefe, umhüllende Wärme, eine beruhigende Präsenz inmitten des Sturms, der die Küstenstadt Suffolk umhüllt, und ist sowohl für das Publikum als auch für Grimes selbst beruhigend.

Grimes' Dorf ist eine Figur für sich, die durch die Produktion mit rastloser, kollektiver Energie strömt. Vom schmuddeligen lokalen Pub bis zu den salzwasserabgetragenen Docks droht der wirtschaftliche Verfall jeder Oberfläche, was im dritten Akt in weißglühendem Zorn gipfelt, als sie Grimes jagen. Peter Mumfords Beleuchtung badet die gesamte Welt der Produktion in einem kränklichen, gelblichen Licht. Der Verfall des Dorfes ist sowohl geistig als auch materiell.

Peter Grimes spielt bis zum 28. Mai im Royal Opera House

Foto credits: Tristam Kenton



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