BWW Exclusive Interviews: Daniela Ziegler

BWW-Exclusive-Interviews-Daniela-Ziegler-20010101Es ist ein schöner sonniger Tag in Berlin. Ich bin mit Daniela Ziegler in einem kleinen Café in Charlottenburg verabredet. Sie kommt mit dem Fahrrad - ganz schön sportlich. Daniela Ziegler ist charmant, sieht blendend aus und plaudert mit mir offen und herzlich über ihre lange Karriere. Sie ist eine Frau mit vielen Facetten und hat eine lange, erfolgreiche Vita an TV, Film und Theaterprojekten vorzuweisen, ist Schauspielerin und Musicaldarstellerin mit Leidenschaft. Wir konzentrieren uns im Gespräch "nur" auf ihre Musicalrollen und reden beinahe zwei Stunden. Es gibt viel zu erzählen, verkörperte die Ziegler doch so illustre und unterschiedliche Charaktere wie Eva Peron, Velma Kelly, Norma Desmond und ab September die Erzherzogin Sophie in "Elisabeth", Harry Kupfers Jubiläumsinszenierung zum 20. Geburtstag des Musicals. Daniela Ziegler spricht über ihre Rollen, Glücksmomente im Theater, Pannen auf der Bühne und warum sie keine Auditions mehr macht.

MK: Musical und Theater. Beides Stichworte die bislang in Interviews mit Ihnen etwas stiefmütterlich behandelt worden. Sie haben viel fürs Fernsehen gedreht und mit tollen Leuten zusammengearbeitet, in erster Linie aber sehr viele interessante Rollen auf der Bühne verkörpert wie z.B. 1981 "Evita". 

DZ: Das war eine ganz verrückte Geschichte. Ich hab damals Audition gemacht für die deutschsprachige Erstaufführung von "Evita" in Wien und dann hieß es: 'Zu 99% sind Sie eine der beiden Besetzungen.' Dann jedoch hörten wir lange nichts mehr und dann rief meine Agentur damals bei Herrn Kutschera (damaliger künstlerischer Leiter des Theaters an der Wien) an und dann sagte er 'Ach nein, doch nicht. Wir haben uns für jemand anderen entschieden.' Das war eine große Enttäuschung. Ich habe dann eine Fernsehfassung von "Die Gerechten" von Camus gedreht und erhielt wenig später einen Anruf von Herrn Kutschera: 'Sie müssen dringend kommen, weil wir haben uns geirrt, Sie müssen unbedingt Evita spielen.' Und ich hab ihm gesagt. 'Tut mir leid, jetzt bin ich nicht mehr frei, denn ich mache etwas anderes.' So ist also die wirkliche Uraufführung an mir vorüber gegangen, aber dann passierte ja dieses Ereignis bei der Wiederaufnahme, zwei oder drei Jahre später. Isabel Weicken wurde zusammen geschlagen und zwar von einem engagierten Schläger, Liebhaber und Agent der Zweitbesetzung. Ich bekam wieder den Anruf, dass war nämlich genau zur Hauptprobe: 'Frau Ziegler, können Sie jetzt kommen?' Und da hatte ich Zeit und habe dann natürlich gesagt das ich komme. Harold Prince hatte mich inzwischen für Deutschland ausgewählt, denn "Evita" kam dann ja nach Berlin und München. Ich war die erste deutsche Evita. Das war also schon klar, aber für Wien war ich nicht vorgesehen.

Dann fuhr ich nach Wien und es hieß: 'In zehn Tagen haben Sie Premiere.' Und ich sagte: 'Wie in zehn Tage habe ich Premiere? Ich kenne doch das Stück gar nicht. Ich habe es nie gesehen.' Ich kannte nur die beiden Songs die ich vorgesungen habe. Und dann habe ich wirklich in zehn Tagen das ganze Stück gelernt. Mit allem was dazu gehört: mit der Choreographie, mit sämtlichen musikalischen Nummern...mein elfter Probetag war meine Premiere. Das war wirklich eine Feuertaufe! Da habe ich gedacht: ab jetzt kann mir nichts mehr passieren.

MK: Unglaublich, gerade weil "Evita" ein echter Kraftakt ist. Das einzige Lied, in dem Sie nicht auf der Bühne waren, war "Another Suitcase In Another Hall".

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DZ: Genau und bei Che's Rocknummer, da ist sie auch nicht auf der Bühne. Ich wurde morgens um 9 Uhr aus dem Hotel abgeholt und meine letzte Aufgabe war, jeden Abend die Vorstellung anzuschauen. Ich war rund um die Uhr beschäftigt. Die Intendanzsekretärin hörte mich Text ab, sämtliche Creatives waren um mich herum und haben mich geknetet. Aber es war natürlich toll: es war intensivst und eine tolle Erfahrung. Die Premiere war dann ein Riesenerfolg und Kutschers rief bei Viebach (damaliger Intendant des Theater des Westens) in Berlin an und sagte: 'So nun ist es passiert. Heute hat die Evita zum ersten Mal mehr Applaus bekommen als der Che.'

MK: War damals Andrew Lloyd Webber vor Ort?




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