BWW Review: PARAMOUR - Hollywood in der Neuen Flora

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BWW Review: PARAMOUR - Hollywood in der Neuen Flora

PARAMOUR

Die perfekte Verschmelzung von Hollywood Flair und dem Zauber des Cirque du Soleil!

Okay, als lebenslanger Hollywood Fan, mit der Nostalgie zur goldenen Zeit der Traumfabrik, bin ich vielleicht ein wenig befangen wenn es um PARAMOUR geht . Und dann auch noch ein Fan des Cirque du Soleil - was kann da schon schief gehen??

Und ja: PARAMOUR macht Spaß!

PARAMOUR ist der Inbegriff des Wortes „Show" - man bekommt eine Liebesgeschichte, Musik und Artistik und vor allem Bühnenzauber auf dem allerneusten Stand der Technik!

Der charismatische Regisseur AJ sucht nach einem neuen Talent für seinen nächsten Kino-Hit und findet es in der ebenso ehrgeizigen wie schönen Schauspielerin Indigo. In ihr sieht er nicht nur seinen zukünftigen Star, er verliebt sich auch in sie. Indigo allerdings hat nicht nur Gefühle für AJ - auch der junge Pianist Joey, der den Titelsong des neuen Films komponieren soll, erobert ihr Herz. Und so beginnt eine dramatische Love-Story, an deren Ende Indigo sich zwischen Liebe und Erfolg entscheiden muss.

Klar, die Dreiecksbeziehung ist vorhersehbar, aber sie ist genau so aufgebaut um diesen Effekt auszulösen. Schaut man sich heute einen Liebesfilm aus den 20ern/30ern/40ern an, hat man auch das Gefühl, dass es vorhersehbar ist.

Einen großen Applaus an Pasquale Aleardi für seine Version der AJ Rolle. Er ist eine wahre Präsenz und seine Stimme - ganz besonders in den leisen Passagen - vibriert durch den Saal und wirkt so, als ob bei ihm Tontechnik nicht nötig wäre. Aleardi kauft man seine Rolle komplett ab und kann sich vorstellen wie sein Leben, als AJ, hinter diesen fiktiven Hollywood Kulissen abläuft.
Ich hatte das Glück Pasquale Aleardi in beiden Vorstellungen zu sehen die ich besucht habe.

Vajèn van den Bosch macht ihrem Job als Objekt der Begierde solide, obwohl ich mich eher frage was Laura Panzeri mit der Rolle angefangen hätte. Panzeri hat bei mir mit der Nebenfigur Gina einen bleibenderen Eindruck hinterlassen.

Und jetzt kommen wir zum Ungleichgewicht der Dreiecksgeschichte und es liegt nicht an den Darstellern: Die Rolle des Joey - dem dritten in dieser Runde - ist kein wirklicher Gegner für AJ. Es zündet leider nie das Verlangen - also bei mir nicht - dass Indigo und Joey zusammengehören. Er (also der Charakter, nicht der Darsteller) wirkt immer wie der nette Kumpel von Indigo und nicht wie der Lover, der er sein müßte. Das liegt bestimmt am Buch und nicht unbedingt an den Darstellern, die bei meinen beiden Besuchen unterschiedliche (einmal Anton Zetterholm und ein weiterer Darsteller dessen Name mir entfallen ist) Schauspieler waren.

Zum speziellen Zauber der Show:

Cirque du Soleil übertrifft sich mal wieder selbst. Seit über 30 Jahren zaubern sie mit ihren phantasievollen Auftritten, Show-Kunst auf die Bühne wie keine andere Truppe vor ihnen.

Die Highlights (eigentlich viel zu viele):

- die opulenten Mega Bühnenbilder

- die schwingend-schwebenden Zwillinge

- das perfekte Verschmelzen von Bühnenbild und digitaler Animation

- eine Synchron Choreografie die ihresgleichen sucht: die Künstler bewegen sich in einem „Filmstreifen" Bühnenbild von links nach rechts, wie die Abfolge eines Daumenkinos

- Der Akrobatik Tango: eine dreier Tango der gleichzeitig von unseren drei Hauptdarstellern gesungen und von drei ihre emotionale Spiegelung spielenden Akrobaten über ihren Köpfen „bestreitet" wird.

- Das irrwitzige gestalten der Filmposter: während eines Songs posiert Indigo in einer Reihe klassischer Filmposter mit Green-Screen Technik: auf der Bühne wird sie gefilmt und gleichzeitig sehen wir auf einer Leinwand wie das Poster mit ihrem Gesicht formt annimmt.

- Das grandiose Action Finale: über den Dächern von New York, regelrecht über den Dächern von New York wird um das Herz von Indigo gekämpft. Wenn ich das hier sehe, kann ich es kaum erwarten die neue Action Show R.U.N. von Cirque du Soleil zu erleben - leider erstmal nur in Las Vegas.

Die Lowlights (nur ein paar):

- Das Western-Szenario: zu lang, zu wiederholend, es gäbe bestimmt Interessanter Filmsets aus der Zeit - als Beispiel: Piraten oder Abenteuerfilm - als dieses Western Set

- Das Ungleichgewicht der Dreierkonstellation der Hauptfiguren.

Abschließend ist noch zu sagen, dass die Neue Flora als perfekte Location dem Musical auch noch den perfekten letzten Schliff gibt.

Empfehlenswert!



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From This Author Konstantin Georgiou