Review: MJ - DAS MUSICAL at Stage Theater An Der Elbe
Als jemand, für den Michael Jackson und seine Musik ein wichtiger Teil der Jugend waren, war der Besuch von MJ – Das Michael Jackson Musical in Hamburg weit mehr als nur ein Musicalabend. Es fühlte sich fast wie eine Wiederentdeckung an. Musik und Erinnerungen, die über die Jahre etwas in den Hintergrund gerückt waren, kamen mit voller Wucht zurück.
Und vielleicht lag genau darin auch die besondere Wirkung dieses Abends: Ich hatte kurz zuvor bereits den Film „Michael“ gesehen, den ich ebenfalls für sehr gelungen halte. Während der Film etwa 1988 endet, setzt das Musical rund um die Dangerous-Ära Anfang der 90er an. Dadurch fühlte sich MJ fast wie eine perfekte Fortsetzung des Films an. Tatsächlich kam mir während der Vorstellung mehrfach der Gedanke, dass Universal Studios sich vielleicht sogar die Rechte an diesem Ansatz sichern sollte, um einen möglichen zweiten Film darauf aufzubauen. Die Struktur, die Emotionen und der dramaturgische Fokus würden sich dafür erstaunlich gut eignen.
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Für alle, die den Film bereits gesehen haben, aber noch nicht im Musical waren: Genau mit diesem Gedanken sollte man hineingehen – und es einfach genießen.
Was Stage Entertainment hier auf die Bühne bringt, ist technisch und künstlerisch absolutes Top-Niveau. Bühne, Licht, Sound und besonders die Choreografien sind durchgehend beeindruckend und transportieren genau die Energie, die man mit Michael Jackson verbindet. Dabei wirkt nichts wie eine bloße Kopie oder Tribute-Show. Das Musical schafft es, den Spirit seiner Musik und seiner Präsenz einzufangen.
An dem Abend spielten Benét Monteiro und Jay Karim-Jonker die zentralen MJ-Versionen – und beide waren schlicht perfekt besetzt. Nicht nur stimmlich und tänzerisch, sondern auch in den kleinen Gesten, Bewegungen und der Aura. Gerade dadurch funktionierten die verschiedenen Zeitebenen und Flashbacks der Handlung hervorragend.
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Überraschend stark war für mich die Rahmenhandlung rund um die Dangerous-Tour. Der Flow zwischen Gegenwart und Rückblenden war teilweise regelrecht magisch inszeniert. Szenen wechselten mitten im Moment in andere Zeitebenen, ohne jemals den Rhythmus zu verlieren. Dadurch entstand ein sehr cineastisches Gefühl, das das Musical von vielen anderen Produktionen abhebt.
Natürlich sind die großen Nummern ein absolutes Highlight. „Thriller“ kurz vor dem Finale war einer dieser Momente, bei denen das gesamte Publikum förmlich explodierte. Gleichzeitig fiel mir etwas auf, das ich früher als jüngerer Michael-Jackson-Fan oft übersehen habe: Wie stark gerade die ruhigen Songs wirken. „Human Nature“ und „Man in the Mirror“ hatten an diesem Abend eine enorme emotionale Kraft und blieben fast noch länger hängen als manche der großen Dance-Nummern.
Besonders schön war außerdem das Publikum selbst. Im Saal saßen Menschen, die Michael Jackson noch in verschiedenen Phasen seiner Karriere erlebt hatten, aber auch sehr junge Fans – sogar Kinder unter zehn Jahren in kompletter MJ-Montur. Diese generationsübergreifende Begeisterung erzeugte eine unglaublich warme Atmosphäre und zeigte, wie zeitlos seine Musik geblieben ist.
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Ein kleiner Kritikpunkt wäre lediglich, dass bestimmte Themen innerhalb der Handlung etwas zu häufig wiederholt wurden, insbesondere die immer wieder angesprochenen Allegations. Die Wiederholung an sich ergibt dramaturgisch Sinn, etwas mehr Variation in der Herangehensweise hätte dem Ganzen aber gutgetan.
Abgesehen davon ist MJ – Das Michael Jackson Musical eine mitreißende, emotionale und technisch beeindruckende Produktion, die nicht nur Fans begeistert, sondern auch daran erinnert, welchen kulturellen Einfluss Michael Jackson bis heute besitzt. Für mich war es ein Abend voller Nostalgie, Energie, Emotionen – und der Erkenntnis, wie sehr diese Musik eigentlich gefehlt hat.
https://www.stage-entertainment.de/musicals-shows/mj-das-michael-jackson-musical-hamburg
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