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Der Zweck von Fringe-Theaterstücken ist es, zu wachsen, sich zu entwickeln und die Leidenschaft angehender Kreativer in einem förderlichen Umfeld zu zeigen. Meistens spielen diese Geschichten nah am Alltag – Geschichten, die das Leben von Menschen im Alltag beleuchten.
Geschrieben und inszeniert von Sophie Banning, For Your Twenties erzählt, wie Klassismus und Vorurteile unser Denken neu verdrahtet haben, wie die Zwanziger dazu da sind, wild zu leben, und wie man manchmal einfach seinen Freunden erlauben muss, Fehler zu machen, damit sie daran wachsen können.
Foto-Credits: Sophie Banning
Das Stück ist ein Vier-Personen-Stück und dreht sich um Sarah und Nick, gespielt von Amy Bloomfield und Samson Hughes. Sarah ist Krankenschwester im NHS. Ihre nordenglischen, arbeitenden Wurzeln führten sie aus Mitgefühl und Leidenschaft zum Helfen in diesen Beruf. Sie trifft auf den mittel- bis oberklassigen Nicholas, als er sich bei der Arbeit seine Finger zusammenheftet. Das frisch verlobte (wenn auch erst seit etwa sechs Monaten) Paar trifft sich mit Nicks jüngerer Schwester Minty (Caitlen Cray), einer Influencerin und dem stereotypischen reichen Londoner Mädchen, zu einem Dinner. Sarah lädt ihren besten Freund Seb (Alie Tarawalie) als Sicherheitsnetz ein.
Das Stück beinhaltet am Anfang Momente des physischen Theaters, die aber mit der Entwicklung der Geschichte zurückgenommen werden. Manchmal ist nicht ganz klar, warum die Bewegung eingebaut wird, da Bannings Dialoge stark sind und gegenüber der Bewegung bevorzugt werden. Es ist eine stilistische Wahl, die, wenn weiterentwickelt, mit mehr Tiefe und Zweck wachsen könnte.
Foto-Credits: Sophie Banning
Bannings Drehbuch ist klar, wenn gesprochen, und die Monologe von Seb waren einige der fesselndsten Teile im Skript. Ihre Fähigkeit, klare Verbindungen herzustellen, ist stark, sichtbar in der Chemie zwischen Nick und Sarah. Die Schauspieler scheinen miteinander im Reinen zu sein; es gibt eine echte Bindung. Einige Momente wirken leicht improvisiert: Vielleicht sind sie das? Vielleicht sind sie zu naturalistisch in der Darstellung? Doch die kurzen Momente, in denen die Schauspieler einfach im Raum existieren, verwurzelt und geerdet in ihren Texten, sind wunderbar zu beobachten.
Bloomfield ist eine Klasse für sich. Ihr Monolog (der aus etwa fünf Wörtern in verschiedenen Kombinationen bestand) besitzt die tiefste herzzerreißende emotionale Tiefe. Das Publikum hängt an jedem ihrer Worte, während der starke nordenglische Akzent sich durch die umgebende Musik schneidet. Sie ist eine junge Frau im inneren Aufruhr. Sie muss die Fehler selbst machen. Sicherlich ein Star.
Foto-Credits: Sophie Banning
Hughes verkörperte die Rolle des jungen Mannes aus der Mittelschicht mit innerem Konflikt sehr gut. Aus seiner Darstellung wird deutlich, dass Nick alles hatte, als er aufwuchs, aber nie etwas, das wirklich bedeutungsvoll war. Jetzt hat er Sarah und um sie nie wieder gehen zu lassen, macht er ihr einen Heiratsantrag. Hughes’ naturalistische Schauspielweise ist überzeugend und passt wunderbar zur Figur.
Cray und Tarawalie bieten komödiantische Erleichterung und einen anderen Blick darauf, wie die eigenen Zwanziger aussehen könnten. Ihre Charaktere sind größer als die von Nick und Sarah, was ihrer Darstellung noch eine weitere genussvolle Ebene hinzufügt. Ein sehr talentiertes Duo.
For Your Twenties hat echtes Potenzial. Die Charaktere sind erfrischend, ebenso das Ende. Mit einem so eng verbundenen Cast und Team kann dieses Stück noch viel weitergeführt werden. Sie haben sichtlich Spaß auf der Bühne. Ist das nicht, worum es beim Fringe-Theater geht?
For Your Twenties ist am 23. August im The Etcetera Theatre als Teil des Camden Fringe zu sehen.