BWW Reviews: HAIRSPRAY Freilichtbuehne Tecklenburg

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Hairspray in Tecklenburg

von Carolin Fink

Baltimore in den 1960ern. 

Die junge und übergewichtige Schülerin Tracy Turnblad träumt von einer Karriere im Showbusiness. Ihre Mutter Edna (die immer von einem Mann gespielt wird), die ihr Geld mit einer kleinen Wäscherei verdient, hat diesen Traum aufgrund ihrer Figur schon lange aufgegeben und macht ihrer Tochter keine falschen Hoffnungen. Ihr Vater Wilbur, der einen kleinen Scherzartikelladen unterhält, unterstützt seine Tochter bei der Verwirklichung ihres Traumes.

Als sich für Tracy die Chance ergibt bei der angesagten Musik- und Tanzfernsehsendung „Corny Collins Show“ vorzutanzen, ergreift sie diese sofort. Allerdings ist die Produzentin der Show, Velma von Tussle, deren Tochter Amber bereits im Tanzensemble ist, schockiert von dem Gedanken, ein übergewichtiges Mädchen zu engagieren und erteilt ihr eine Abfuhr mit der Begründung: zu dick, zu klein, zu hässlich!

Beim Nachsitzen in der Schule lernt Tracy den farbigen Jungen Seaweed Stubbs kennen, welcher ihr begeistert ein paar neue Tanzschritte zeigt. Stolz präsentiert Tracy diese bei einer Party in der Turnhalle, bei welcher auch der Showmaster und Sunnyboy Corny Collins anwesend ist und wird von ihm vom Fleck weg für das Tanzensemble seiner Show engagiert – sehr zum Leidwesen von Velma und Amber von Tussle, da sich Tracy schnell zum neuen Star der „Corny Collins Show“ mausert. 

Ihre neugewonnene Berühmtheit nutzt Tracy um gegen die Trennung von Schwarzen und Weißen in der Fernsehshow zu rebellieren, was Velma von Tussle zu verhindern versucht. Kurzzeitig gelingt es ihr auch, Tracy von der (Fernseh-)Bildfläche verschwinden zu lassen, doch am Ende gewinnt die energische Tracy nicht nur die Wahl zur Miss Teenage Hairspray 1962 und das Herz des Mädchenschwarms Link Larkin, es wird auch noch die Rassentrennung in der „Corny Collins Show“ abgeschafft.

Mit HAIRSPRAY hat die Freilichtbühne Tecklenburg in der Saison 2012 einen absoluten Treffer erlangt. Die Show ist voller rasanter Tanznummern (Choreografie: Danny Costello), so dass es den Zuschauer nur schwer auf den Plätzen halten kann. 

Dem Regisseur Andreas Gergen, der nach CRAZY FOR YOU bereits zum zweiten Mal von der Freilichtbühne verpflichtet wurde, gelingt es, eine absolut kurzweilige und gelungene Inzenierung mit viel Liebe zum Detail und Gespür für ein rundes Gesamtbild auf die Bühne zu bringen.

Das Ensemble ist extrem spielfreudig und zieht das Publikum in seinen Bann. So weiß man teilweise gar nicht wohin man in den Massenszenen sehen soll, weil durch die vielen Aktionen auf der Bühne immer etwas neues zu finden ist.

Ilse La Monaca gibt eine tolle naive und doch zielorientierte Tracy, das Schauspiel ist gut akzentuiert und mit klarem Gesang, welcher sogar trotz schnellen Choreografien nicht an Qualität verliert.

Besonders hervorzuheben ist Andreas Lichtenberger als Tracy’s übergewichtige Mutter Edna. Mit viel Witz und Charme mutiert er zum heimlichen Star der Show und ist überzeugend sowohl als verbitterte Hausfrau in Kittelschürze und Stützstrümpfen, als auch als liebende Ehefrau und Mutter, die sich im Laufe der Geschichte zu einer selbstbewussten modischen Frau der 60er entwickelt. Als Highlight des Abends muss das Duett „Zeitlos für mich“ von Edna und ihrem Mann Wilbur (herrlicher Gegensatz: Mathias Schlung) genannt werden. Urkomische Choreografie trifft auf großartige Spielfreude, da bleibt vor Lachen kein Auge trocken und das Publikum belohnt dies mit tobenden Szenenapplaus.

Die Rolle der bösen TV-Produzentin Velma von Tussle wird hervorragend von Kerstin Marie Mäkelburg gespielt. Besonders im Gedächtnis bleibt auch ihre unverwechselbare Sprechstimme und ihr voller Gesang.

Herrlich witzig ist Jana Stelley als Tracy’s beste Freundin Penny Pingleton, welche schon in der Produktion in Köln in der gleichen Rolle zu sehen war. Ihre Mimik, Gestik und ihre Stimmlage sowie ihr energiegeladener Charakter machen es zu einer Freude ihr zuzusehen.

Auch sehr stimmgewaltig ist Amanda Whitford als Motormouth Maybelle, der Mutter von Seaweed und Kämpferin gegen die Rassentrennung. Ihr „Ich weiß wo ich bin“ geht unter die Haut. Leider ist das Verständnis der Texte manchmal auf Grund ihres starken Akzentes schwierig.




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