BWW Reviews: 'Choreographien von Duato, Forsythe und Goecke' Staatsoper Berlin

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Mit graziler Ausdruckskraft begeistert das Corps de ballet des Staatsballetts Berlin auf ihrer Reise durch die Welt des Tanzes und der Sinnlichkeit der Bewegung, unterteilt in drei verschiedene Sektionen, jede von einem anderen Choreographen entwickelt.

Die Schönheit des Tanzes und des nicht einfangbaren Momentes, wird gleich in der ersten Arbeit von Nacho Duato deutlich. Mit Musik von Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti greift Duato nicht nur die Stimmung der Barockmusik auf, sondern reflektiert zugleich über das Thema „Himmel und Hölle“. Die Kraft und Ästhetik dieser Choreographie verzaubert und legt, auch Dank des schlichten, aber effektvollen Bühnenbildes von Duato (der obere Bereich ist gold glänzend, der untere schwarz), den Focus und Konzentration auf die Tänzer und die großartigen Solisten. Durch sparsame Lichtregie wird etwas maximales geschaffen und die Anmut und Präzision des Corps de ballet ist wunderschön anzusehen.  


William Forsythes HERMAN SCHMERMAN entstand 1992 und gehört inzwischen zum zeitgenössischen Repertoire vieler klassischer Compagnien.  
Anspruchsvoll für ihre virtuosen Interpreten lebt sie zugleich auch von einem gewissen Humor, den William Forsythe durchaus beabsichtigt hat. Es wird nun etwas moderner und durch die Klangwelten von Thom Willems auch etwas skuriller und gewöhnungsbedürftiger. Willems verwendet weniger Musik, als mehr eine Art Geräuschabfolge, die an Großstadtlärm und Hektik erinnert. Der Mensch als gefangenes Individuum in einer Welt, die er sich selbst geschaffen hat und in der er wie ein gefangenes Raubtier im goldenen Käfig lebt. Es ist aber auch hier die Lust an der Bewegeung, das experimentieren mit neuen Figuren und Formen, die Choreograph William Forsythe zu interessanten und schönen Bildern inspirieren. 

Marco Goecke entwickelte auf der Grundlage von John Adams‘ „Guide To Strange Places“ erstmals für das Staatsballett Berlin eine Uraufführung: and the sky on that cloudy old day. Hier wird die oft fehlende Kommunikation des Großstadtmenschens angeprangert und die immer häufiger werdene Flucht ins Leere. Der Körper als Gesamtkunstwerk in einer Welt des Mechanismus, in der jeder zu funktionieren hat. Besonders stark hat Goecke die Hände und Finger als Ausdruckmittel herausgearbeitet: immer wieder sind zuckende in Bewegung bleibende Gliedmaßen zu sehen. Die Möglichkeit zu entfliehen und das Leben als solches hinter sich zu lassen, besteht für den Menschen nicht, sondern muss wie ein Vogel, dem die Flügel gestutzt wurden, in Gefangenschaft verweilen.

Insgesamt bietet das Staatsballett einen sehr kurzweiligen und überaus interessanten Abend, der sehr dankbar angenommen wird und auch, und das ist besonders schön, sehr gut besucht ist. In der von mir besuchten Vorstellung waren Zuschauer generationsübergreifend zu erleben und der Applaus für das Corps de ballet überwältigend groß.

Weitere Vorstellungen am 17. und 19. Mai und am 02. Juni, jeweils um 19.30 Uhr

Zusätzliche Informationen unter: http://www.staatsoper-berlin.de/

 

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