BWW Review: TITEL DER SHOW

BWW Review: TITEL DER SHOW

TITEL DER SHOW

Admiralspalast Berlin

Premiere: 24.04.2017

besuchte Vorstellung: 02.05.2017

BWW Review: TITEL DER SHOW

Total unoriginell und alles schon mal da gewesen!

Was bin ich froh, dass ich diese pauschal in den Raum geworfene Aussage (und nebenbei bemerkt ein Originalzitat aus dem Musical) nicht unterstützen kann. Denn dass, was die Autoren Jeff und Hunter mit Ihren Schauspiel Kolleginnen und Freundinnen Heidi und Susan auf die Bühne bringen wollen ist alles, aber gewiss nicht unoriginell. In der Tat ist es lange her, dass ein so originales wie originelles Musical in Berlin zu sehen war.

Dazu braucht Regisseur und Übersetzer Robbin Kulisch nicht mehr als eine leere Bühne, vier Stühle, einen exzellenten Pianisten (Musikalische Leitung und immer wieder als Larry für eine Überraschung gut: Damian Omansen) und vier großartige Darsteller.

Mischt man all diese In­gre­di­enzen zusammen, kommt dabei ein erfrischend schräger, witziger und unwiderstehlich brillanter Musicalcocktail heraus. Ja, es gibt durchaus sehr viele Insider bezogene Verweise (auf gefloppte Musicals, Musicalrezitative aus alten Shows) und vieles Name Dropping (Bernadette Peters, Mary Stout, Idina Menzel) aber egal ob man sich mit der Materie Musical auskennt und beschäftigt oder nur wenig damit zu tun hat: hier kommt jeder auf seine Kosten, der sein Herz und seine Ohren nicht vor Esprit und außergewöhnlichen, Ideen versperrt, die sämtliche Konventionen sprengen.

Die Freunde Hunter und Jeff möchten gerne einen Beitrag zu einem neuen Musicalfestival einreichen, doch wie schreiben sie das eine, richtige Musical? Warum nicht auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen und das auf und ab des eigenen Berufes, der eigenen Passion thematisieren?

Kurz entschlossen beginnen die beiden Freunde mit der Entwicklung ihres Musicals und schwören sich, dass was sie in drei Wochen zu Paper gebracht haben, in einen Umschlag zu stecken und einzuschicken. Schließlich wurde selbst "Wonderful Town" in nur einem Monat geschrieben. Dabei holen sich Hunter und Jeff als Unterstützung zwei Freundinnen mit ins Boot. Dies ist mal chaotisch, schräg aber immer ungemein witzig und so unverschämt charmant und liebenswert, dass es eine Freude ist die vier (Fünf! Sorry Larry) in Aktion zu sehen.

Ist Kunst der Weg zum Erfolg? Und wie verändert Erfolg Menschen und bestehende Freundschaften? Das Musical zeigt den Weg der Freunde und der Show vom Workshop über den Off Broadway bis zur Transferierung an den Broadway.

Mit viel Liebe zum Detail und noch größerer Passion zum Musical inszeniert Robin Kulisch das Stück von Jeff Bowen und Hunter Bell als rasante Achterbahnfahrt aus Witz, Esprit und Emotionen, in seiner eigenen, überaus gelungenen deutschen Übersetzung. Getragen wird dies von einem exorbitant talentierten Ensemble: Dennis Weißert als Hunter, Alexander Soehnle als Jeff, Annika Benz als Heidi und Franziska Kuropka als Susan unter der brillanten musikalischen Leitung von Damian Omansen mit Choreografie & Musical Staging von Silvia Varelli.

Total originell, amüsant und bedingungslos empfehlenswert!


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From This Author Marcel Konrath

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